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ThemaDrama in Hunte: Retter müssen gerettet werden13 Beträge
RubrikEinsatz
 
AutorJürg8en 8M., Weinstadt / Baden-Württemberg817160
Datum13.02.2016 12:4912632 x gelesen
hallo,

Drama in Hunte: Retter müssen gerettet werden

Eine Suchaktion auf der Hunte bei Wardenburg (Landkreis Oldenburg) hat sich am Freitagabend zu einem Drama entwickelt - mit glücklichem Ausgang. Nach bislang unbestätigten Medieninformationen hatte die Polizei die Feuerwehr gerufen, weil ein führerloses Boot auf dem Fluss gesichtet worden war. Zunächst sei nicht klar gewesen, ob eventuell Menschen über Bord gegangen waren und nun im eiskalten Wasser trieben. Deshalb seien Feuerwehr und DLRG mit drei Booten ausgerückt. An einer Hunte-Brücke seien dann zwei Motorboote zeitgleich in entgegengesetzte Richtungen gestartet, um den Fluss möglichst schnell abzusuchen.
...
Doch schnell wurde aus dem Rettungseinsatz ein handfestes Drama: Bei einem der beiden Boote setzte kurz nach dem Start der Motor aus, berichtet Lars Barkemeyer von der DLRG Wildeshausen: "Wir haben das Boot zu Wasser gelassen, dann hat uns die Strömung gegen die Brücke gedrückt." Das Boot sei dann mit Wasser vollgelaufen, der Motor habe sich weiterhin nicht mehr starten lassen. "Es ging alles sehr schnell", sagt Barkemeyer, der eine Ausbildung als Strömungstaucher absolviert hat. Zwei seiner DLRG-Kollegen konnten sich an der Brücke festhalten, er selbst musste unter der Brücke hindurchtauchen ...

vollständiger Bericht auf ndr.de

und http://www.nonstopnews.de/meldung/22205


wo setzt man eine Grenze um die Eigengefährdung zu minimieren?

MkG Jürgen Mayer, Weinstadt

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AutorHans8-Jo8ach8im 8Z., Berlin / Berlin817162
Datum13.02.2016 15:146293 x gelesen
Geschrieben von Jürgen M.wo setzt man eine Grenze um die Eigengefährdung zu minimieren?

Man macht es wie das THW und kauft ein Boot, das es auch mit einem dicken Motor gibt, stattdessen mit zwei kleineren.

Hans-Joachim

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AutorAdri8an 8R., Utting / Bayern817178
Datum13.02.2016 20:005902 x gelesen
Geschrieben von Jürgen M.wo setzt man eine Grenze um die Eigengefährdung zu minimieren?

Strömungsgewässer sind heimtückisch, hier sehen wir ein super Beispiel. Glück gehabt, bei einer Wehranlage wären sie vermutlich jetzt alle tot. Ich bin wirklich froh dass den Kameraden nichts passiert ist.


Einsatzgrundsätze für Rettungsboote auf Strömungsgewässern

Lagebeurteilung der aktuellen Situation:

- Einsatzgrund bzw. Dringlichkeit

- Strömungsgeschwindigkeit
- Hochwasserlage
- Treibgut

- Wehranlagen/Kraftwerke/Düker/Brücken
- Kehrwasser/Hindernisse/Unterspülungen
- Uferbeschaffenheit/Verbau/Einfassungen

Die letzte Entscheidung trifft der verantwortliche Bootsführer!


Vorbereitend gibt es eine Menge technischer Möglichkeiten:

- Aluschiffe sind sehr beständig gegen Treibgut
- Schraubenkäfige schützen die Schraube vor Beschädigung und Leinen etc., kosten aber mächtig Leistung
- Jet-Aussenbordmotoren sind relativ unempfindlicher gegenüber Beschädigung
- Redundante Motoren schaffen maximale Sicherheit
- Lebensretter Anker: Bei Antriebsausfall kann das Boot an Ort und Stelle fixiert werden. Bitte aber keinen Faltdraggen...

MfG
Adrian

Alles meine eigene Meinung, diese muss nicht mit meiner Dienststelle übereinstimmen.

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AutorRalf8 E.8, Frielendorf / Hessen817179
Datum13.02.2016 20:045591 x gelesen
Bericht mit eindrucksvollem Video: BILD online

Grüße aus Nordhessen

Ralf


PS: Ich schreibe hier nur meine persönliche Meinung!
"Gerade, weil wir in einem Boot sitzen, sollten wir
froh sein, dass nicht alle auf unserer Seite stehen."
(Ernst Ferstl)

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AutorThom8as 8M., Menden/ Sauerland / NRW817181
Datum13.02.2016 21:115493 x gelesen
Geschrieben von Adrian R. Bitte aber keinen Faltdraggen
Was spricht dagegen ?

Ich leiste mir den Luxus einer eigenen Meinung.
frei n.Bmark

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AutorAdri8an 8R., Utting / Bayern817204
Datum14.02.2016 12:375181 x gelesen
Geschrieben von Thomas M.Was spricht dagegen ?

Die unglaublich kleine effektive Flukenfläche. Du brauchst für unsere übliche Motorboote schon gewaltige Faltdraggen um sie im Strömungsgewässer oder bei Sturm sicher festzulegen.

Grafisch Darstellung

Davon Abweichend habe ich noch nie beobachtet dass sich wie dargestellt zwei Fluken eingegraben hätten. Bei mir hat sich immer nur eine eingegraben, zwei lagen auf dem Untergrund auf und die vierte stand senkrecht nach oben. 3/4 der Ankerfläche werden also nicht genutzt.

Wenn du einen entsprechend steinigen oder verkrauteten Untergrund hast neigen die Fluken aufgrund der Konstruktion dazu garnicht erst einzudrigen, der Anker slippt nur. Mit viel Glück verhakt sich der Draggen dann noch an einem Hindernis.


Als Hilfsorganisation fahren wir meist wenn die Freizeitskipper schon lange nicht mehr auf dem Wasser sind (Hochwasser, Unwetter).
Bei Antriebsausfall unter diesen Bedingungen ist ein Schaden am Boot ziemlich sicher, spätestens an Wasserbauwerken wird es dann sicher Lebensgefährlich. Ein gut dimensionierter Anker ist eine ziemlich kostengünstige Lösung des Problems.


Probier deinen Anker bei Sturm oder hoher Fließgeschwindigkeit einmal aus. Hält er Sicher? Als Alibi nutzt der Anker nichts. Auch das Ankermanöver sollte man in Friedenszeiten geübt haben.


Ich würde auf einen Danforth- oder Pflugscharanker (mit all seinen Derivaten: CQR, Bügel, etc.) setzen. Dazu etwa 4 - 6m Kettenvorlauf und je nach Gewässer 30 - 50m Leine fest angebracht.

MfG
Adrian

Alles meine eigene Meinung, diese muss nicht mit meiner Dienststelle übereinstimmen.

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AutorThom8as 8M., Menden/ Sauerland / NRW817208
Datum14.02.2016 14:324741 x gelesen
Geschrieben von Adrian R.Probier deinen Anker bei Sturm oder hoher Fließgeschwindigkeit einmal aus. Hält er Sicher?
Eine Fragestellung der man nachgehen sollte,
Danke!

Ich leiste mir den Luxus einer eigenen Meinung.
frei n.Bmark

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AutorJan 8P., Dreieich / Hessen817867
Datum04.03.2016 08:215331 x gelesen
Dieser Feuerwehr-Einsatz hat ein übles Nachspiel

Geschrieben von NWZ Ein verlassenes Kanu treibt auf der Hunte, die Feuerwehr wird gerufen. Doch während des Einsatzes kentert das Boot der Retter. Bei der Staatsanwaltschaft in Oldenburg ging nun eine anonyme Anzeige ein. Es gibt schwere Vorwürfe gegen die Einsatzleitung



Artikel der NWZ

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AutorPete8r L8., Chemnitz / Sachsen817872
Datum04.03.2016 09:255003 x gelesen
Geschrieben von Jan P.Dieser Feuerwehr-Einsatz hat ein übles NachspielEs wäre interessant wenn ein rechtlich Bewanderter den Artikel und die Aussagen bewerten könnte.
Denn m.M.n. könnte die öffentliche Äußerung um das Wissen über die Ungeeignetheit des Bootes nicht unproblematisch sein da das ja für mich in Richtung Vorsatz geht.
Mich würde persönlich interessieren ob die immer mal wieder hervorgezauberte Menschenrettungsbegründung da noch zieht.

Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern als ihr treu zu bleiben.

(Friedrich Hebbel)

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AutorStef8an 8D., Neunburg vorm Wald / Bayern817877
Datum 04.03.2016 11:10   6452 x gelesen
Hm, um das ganze zu bewerten ist die grundlegende Frage erstmal, ob eine der Einsatzkräfte verletzt wurde. Irgendwelche andere Regelverstöße mögen BG, Dienst- oder Fachaufsicht interessieren, die Staatsanwaltschaft verfolgt allerdings nur Straftaten. Als mögliche Straftat kommt hier m.E. nur ein Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung (§§ 223, 229 StGB) in Betracht.

Andere Straftaten, wie eine fahrlässige Tötung schließe ich jetzt einfach mal aus, da ich davon ausgehe, dass ein Todesfall unter den Kameraden im Artikel erwähnt worden wäre.

Alleine der Sturz ins Wasser, auch wenn das kalt sein mag, begründet keine Misshandlung oder Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit. Die verunglückten Kameraden müssen also eine Verletzung davon getragen haben, um das ganze für den Staatsanwalt interessant zu machen. Das könnten entweder ein Trauma durch den Sturz selbst, eine Hypothermie oder auch Folgen eines Beinaheertrinkens (Lungenödem, Aspirationspneumonie...) sein. Sollte das nicht vorliegen sind wir raus! Es gibt zwar auch Straftaten, bei denen der Versuch strafbar ist, allerdings sind das von Haus aus erst mal nur Verbrechen oder Straftaten, bei denen es explizit im Gesetz erwähnt wird. Eine versuchte fahrlässige Körperverletzung gibt es nicht. Alleine die Gefährdung der Helfer ist also definitiv kein Fall für den Staatsanwalt.

Dass das ganze bei einem Einsatz passiert ist, bei dem der Rettungsdienst wahrscheinlich vor Ort war, erhöht das Risiko für den Einsatzleiter, dass jemand verletzt wurde ;-) Wenn mir bei einer Übung jemand ins Wasser fällt (Wasserentnahme aus knietiefem Teich), dann holen wir den binnen Sekunden raus, fahren den schnurstracks ins Feuerwehrhaus und sorgen dafür, dass der trocken und warm wird. Hier an der Einsatzstelle hat der Kamerad natürlich Rundumversorgung. Bis der schaut liegt er im RTW, hat eine Nadel im Arm und wird vom Notarzt untersucht, der natürlich eine milde Hypothermie attestiert. Das will ich hier auch nicht kritisieren, die Einsatzkraft hat eine bestmögliche Versorgung verdient. Jetzt steht allerdings erst mal eine fahrlässige Körperverletzung im Raum. Der Staatsanwalt leitet nach Bekannt werden, also nach Eingang der anonymen Anzeige ein Ermittlungsverfahren ein und beauftragt seine Ermittlungspersonen (also die Polizei) damit den Geschädigten zu vernehmen. Wenn der Geschädigte hierbei die Verletzung geltend macht, dann ermittelt die Polizei erst mal weiter. Wenn der Geschädigte jetzt klar stellt, dass ihm absolut gar nichts gefehlt hat und dass das alles nur vorsorglich war und dass er anschließend gar nicht ins Krankenhaus kam, dann geht das Verfahren schon wieder ziemlich dem Ende zu. Der Kamerad wird vielleicht noch gebeten den Notarzt von seiner Schweigepflicht zu entbinden und der Notarzt wird vielleicht als Zeuge vernommen und befragt, ob eine Hypothermie vorlag oder ob der Kamerad mit Verdacht auf Hypothermie vorsorglich behandelt wurde. Wenn die Polizei zu dem Schluss kommt, dass keine Verletzung vorlag, dann wird das der StA vorgelegt und diese stellt das Verfahren nach § 170/II StPO mit Begründung ein.

Wenn eine Verletzung vorlag, dann wird der Geschädigte gefragt, ob er Interesse an einer Strafverfolgung hat. Körperverletzung und fahrlässige Körperverletzung sind nach § 230 StGB nämlich sogenannte Mischantragsdelikte. Anders als bei sogenannten absoluten Antragsdelikten kann der Staatsanwalt diese zwar auch ohne Strafantrag des Geschädigten verfolgen, hierfür muss aber ein sogenanntes besonderes öffentliches Interesse vorliegen. Dieses öffentliche Interesse kann man jetzt nicht zu 100 % klar definieren. Hierein spielen die Folgen, also die Schwere einer Verletzung, das Ausmaß einer möglichen Pflichtverletzung und andere Punkte eine Rolle. Im Endeffekt ist das eine Ermessensentscheidung des Staatsanwaltes.

Wenn der Staatsanwalt das vorgelegt bekommt muss er, neben dem öffentlichen Interesse natürlich auch noch prüfen, ob der subjektive und der objektive Tatbestand erfüllt sind (der objektive Tatbestand besteht hier darin, das ein Mensch verletzt ist oder nicht, das ist ja mal einfach). Der subjektive Tatbestand ist die Schuldform. Hier ist mindestens Fahrlässigkeit gefordert. Er muss also prüfen, ob der Einsatzleiter fahrlässig gehandelt hat. Fahrlässig heißt auf gut Deutsch, dass es keine Absicht war, dass er aber irgend eine Pflichtverletzung begangen haben musste und zumindest ahnen konnte, dass was passiert. Wers genauer wissen möchte googelt die Begriffe bewusste und unbewusste Fahrlässigkeit. Den Begriff grob Fahrlässig vergessen wir mal, der gehört ins Zivilrecht. Das Gegenstück im Strafrecht dazu heißt Leichtfertigkeit. Wen das interessiert, der kann das auch gerne googeln. Die absichtliche Schuldform nennt sich Vorsatz (wird auch unterteilt in direkt und bedingt), das schließen wir hier aber mal aus, dass der Einsatzleiter wollte, dass seine Kräfte verletzt werden.

Die Prüfung der Schuldform ist ist bei weitem nicht so einfach. Hier steht zum einen die Behauptung, dass das Boot nicht für den Einsatz in fließenden Gewässern geeignet war. In der Hinsicht muss aber eine Rechtsgüterabwägung vorgenommen werden. Es muss also geprüft werden, ob das Risiko für die Einsatzkräfte im Verhältnis zu einer möglichen Menschenrettung stand.

Zudem kann der Einsatzleiter die Risiken auch anderweitig minimiert haben. Wenn der Einsatzleiter schon mal darauf achtet, dass alle seine Kräfte Rettungswesten tragen ist schon mal gut. Der Fluss scheint mir auf dem Video auch nicht so breit, das stellen von Sicherungsposten mit Wurfleinen an beiden Ufern scheint eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme zu sein, die geeignet wäre, eine schnellstmögliche Rettung der Kräfte aus dem Wasser zu ermöglichen. Zudem hat der Einsatzleiter Kräfte der Wasserrettung alarmieren lassen, die sich bereits auf Anfahrt befanden. Auch die Tatsache, dass der Rettungsdienst zur Absicherung vor Ort war und bereit stand könnte hier für den Einsatzleiter sprechen. Aufgrund der vorliegenden Informationen könnte man jetzt schon davon ausgehen, dass der Einsatzleiter alles getan hat, um seine Kräfte vor ernsthaften Verletzungen oder gar vor dem Ertrinken zu schützen. Wenn der Einsatzleiter alles getan hat, um diesen Mangel des Bootes auszugleichen und der Unfall so nicht vorhersehbar war, dann dürfte er auf der sicheren Seite sein.

Bliebe maximal eine Unterkühlung, die vielleicht vorgelegen hat, das konnte ich aus dem Artikel nicht erkennen. Sogar wenn man dem Einsatzleiter jetzt vorwirft, dass er das vorhersehen hätte müssen... Hier würde ich sagen, dass ein Sturz ins Wasser bei einem Einsatz auf einem Motorrettungsboot zum allgemeinen Einsatzrisiko einer Einsatzkraft gilt, die auf dem Wasser eingesetzt wird. Das muss der Einsatzkraft bewusst sein und das muss sie, wenn sie bereitwillig auf dem Wasser in Einsatz geht auch in Kauf nehmen. Sollte das Verfahren nicht im Vorfeld bereits nach § 170/II StPO mit Begründung eingestellt worden sei, dürfte es abschließend nach § 170/II ohne Begründung eingestellt werden.

Rein strafrechtlich dürfte an dem Einsatzleiter hier nichts hängen bleiben. Diese anonyme Anzeige wirkt für mich eher ein wenig so, als ob da einer jemanden ans Bein pissen will.

Die ganze Einschätzung vorbehaltlich dessen, dass keine anderen gravierenden Folgen eingetreten sind. Wenn ein Kamerad ertrinkt sieht das ganz anders aus! Wir haben so viele Möglichkeiten uns gegen Ertrinken zu schützen, dass das eigentlich nicht vorkommen dürfte. Auch vorbehaltlich dessen, dass der Sachverhalt so war, wie er in den Medien dargestellt wurde. Das ganze ist natürlich eine persönliche Einschätzung und hat keinen Anspruch auf Richtigkeit ;-)

Noch ein kleiner persönlicher Apell:
Auf dem Video und auf einigen der Bilder sieht man die Kameraden der DLRG, die als sogenannte Wasserretter oder Strömungsretter ausgerüstet sind. Diese Ausrüstung ist genau dafür da, um auch in widrigen Bedingungen, also in kaltem Wasser und bei Strömung im Wasser eingesetzt werden zu können. Soweit ich die Zeit habe, würde ich jedem Einsatzleiter empfehlen auf diese Kräfte zurück zu greifen. Würde jemand im Neoprenanzug mit Taucherbrille zum Brandeinsatz kommen, würden wir ihn auslachen. Genauso ist es aber hinsichtlich unserer Ausrüstung in Hinsicht auf Einsätze an Gewässern. Schnell mit dem Boot rausfahren wirkt einfach, aber ich plädiere immer getreu der GAMS-Regel dafür auch hier den Spezialisten den Vortritt zu lassen. Natürlich kann bei denen auch was schief gehen. Das sieht man leider auf dem Video. Aber großartig, dass es von diesem Einsatz ein Video gibt! Dieses Video eignet sich hervorragend für Schulungsmaßnahmen! Ohne Fehler der Kameraden anzuprangern, es gibt einfach viele Gefahren im Bereich von Gewässern die unterschätzt werden und hier sind solche Videos einfach unschätzbar wertvoll.

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AutorAdri8an 8R., Utting / Bayern817913
Datum05.03.2016 12:573992 x gelesen
Geschrieben von Stefan D.Hier steht zum einen die Behauptung, dass das Boot nicht für den Einsatz in fließenden Gewässern geeignet war.

Laut Google Maps sind vor Ort viele kleine stehende Gewässer. Ich denke das Boot wurde dafür beschafft. Für diese Gewässer ist ein kleines Schlauchboot gut geeignet.

Aufgrund der Anscheinsgefahr das Boot "Im Erstangriff" einzusetzen halte ich für den Ermessensspielraum des EL.

Im Zweifelsfall kann und muss der betroffene Bootsführer Einspruch einlegen, das ist offensichtlich nicht passiert.



Kritisch fände ich wenn solch ein Boot keine geeigneten Gewässer im Ausrückebereich wären, hier könnte dann ein Organisationsverschulden im Raum stehen.

Stefan korrigiere mich wenn du Einwände hast.

MfG
Adrian

Alles meine eigene Meinung, diese muss nicht mit meiner Dienststelle übereinstimmen.

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AutorStef8an 8D., Neunburg vorm Wald / Bayern817922
Datum05.03.2016 14:153910 x gelesen
Ne ne, aus dem Thema Organisationsverschulden halt ich mich lieber raus, das wird mir zu kompliziert zu prüfen. Das geht schon mal mit der Frage los, wer überhaupt zur Gewährleistung der Wasserrettung in diesem Bundesland verpflichtet ist. Bei uns in Bayern ist das eine Aufgabe des Rettungsdienstes. Dies Aufgabe wird vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung per öffentlich rechtlichen Vertrag an eine Organisation übergeben. Bei uns in Bayern i.d.R. Wasserwacht im BRK oder DLRG. Nur wenn Hilfsorganisationen nicht gewillt oder in der Lage sind sollen der ZRF oder seine Mitglieder diese Aufgabe selbst übernehmen. Heißt auf gut Deutsch, dass bei uns in Bayern die Feuerwehren i.d.R. keine Ausrüstung zur Wasserrettung vorhalten müssen. Wenn sie aber ein Boot z.B. zum Einbringen von Ölsperren haben, dann dürfen die das natürlich zur Wasserrettung einsetzen. Ich vergleiche das Mal mit den Steckleitern zur Eisrettung... Wäre auch Aufgabe der Wasserrettung, aber da wir als Feuerwehr zuerst da sind müssen wir halt was machen... Das ist auch gefährlich, aber niemand käme auf die Idee jetzt absolut flächendeckend Eisrettungsschlitten zu fordern.

Fraglich wäre dann auch, ob die Hunte sonst auch so stark strömt oder ob das nur durch Hochwasser bedingt war. Dann würde ja vielleicht vorgehaltene Boot ausreichen?

Aus der Einschätzung halt ich mich mal raus.

Einen kleinen Denkanstoß möchte ich mal geben:

Wenn die Strömung die Motorisierung übersteigt, dann kann man das Boot ja vielleicht auch landgestützt einsetzen? Als Schlagwörter nenne ich mal "Zweiseilmethode", "Vierseilmethode", "Flachseilbrücke" oder "Hochseilbrücke".

Hierzu gibt es schöne Konzepte für stark strömende Gewässer, in denen diese Methoden z.B. enthalten sind.

Das wären z.B.

das Strömungsretterkonzept der DLRG
das Fließwasserretterkonzept der Wasserwacht
das Swiftwater-Rescue-Technician-Konzept der Firma Rescue3 International

Von Feuerwehrseite gibt es auch Fachliteratur, in der das Thema zumindest angeschnitten wird. Als Autoren nenne ich hier mal nur exemplarisch Uli Cimolino oder Hubertus Bartmann.

Ich würde gerne Bilder der Verschiedenen Methoden anhängen, aber ich Besitze leider an keinem der mir vorliegenden Bilder die ausreichenden Rechte, um es zu veröffentlichen.

Interessant ist übrigens auch der Gefahrenpunkt, der auf dem Video zu sehen ist. Die Brücke, unter der nur noch wenig Luft zwischen Brücke und Wasseroberfläche ist. Wenn sich darunter ein Baum verfangen hat, dann kann das eine ganz schön tödliche Falle werden.

Alles in allem ein wahnsinniges lehrreiches Ereignis. Ich finde nur die Anfeindungen gegen den Einsatzleiter schade. Ich denke, dass sehr sehr viele ähnlich gehandelt hätten!

Schönen Gruß

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AutorThom8as 8M., Menden/ Sauerland / NRW817927
Datum05.03.2016 18:143707 x gelesen
Geschrieben von Stefan D.Ne ne, aus dem Thema Organisationsverschulden halt ich mich lieber raus, das wird mir zu kompliziert zu prüfen. ....
Fraglich wäre dann auch, ob die Hunte sonst auch so stark strömt oder ob das nur durch Hochwasser bedingt war. Dann würde ja vielleicht vorgehaltene Boot ausreichen?

Aus der Einschätzung halt ich mich mal raus.

Zum Glück geht es jetzt genau darum, denn wenn 2 von 3 Rettungsmitteln kentern sind unangenehme Fragen wichtig.
Die Frage ob ein Pegelstand extrem hoch war lässt sich ja einfach klären.

Nicht falsch verstehen!
Ich erwarte keinen Schuldspruch, jedoch einen rechtlichen Leitfaden was qualitativ und quantitativ notwendig ist.


nur mal so;
https://www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de/Pegel/Binnenpegel/Name/Huntlosen%20II

Ich leiste mir den Luxus einer eigenen Meinung.
frei n.Bmark

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xxx

 13.02.2016 12:49 Jürg7en 7M., Weinstadt
 13.02.2016 15:14 Hans7-Jo7ach7im 7Z., Berlin
 13.02.2016 20:00 Adri7an 7R., Utting
 13.02.2016 21:11 Thom7as 7M., Menden/ Sauerland
 14.02.2016 12:37 Adri7an 7R., Utting
 14.02.2016 14:32 Thom7as 7M., Menden/ Sauerland
 13.02.2016 20:04 ., Frielendorf
 04.03.2016 08:21 Jan 7P., Dreieich
 04.03.2016 09:25 Pete7r L7., Chemnitz
 04.03.2016 11:10 Stef7an 7D., Neunburg vorm Wald
 05.03.2016 12:57 Adri7an 7R., Utting
 05.03.2016 14:15 Stef7an 7D., Neunburg vorm Wald
 05.03.2016 18:14 Thom7as 7M., Menden/ Sauerland
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