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ThemaVoll oder Sprühstrahl!?23 Beträge
RubrikTaktik
 
AutorMark8us 8G., Kochel am See / Bayern891710
Datum18.10.2025 17:542972 x gelesen
Hallo zusammen,

heute einmal was ganz anderes von mir.
Wer mich eine Zeitlang liest, list von mir immer, daß Ausbildung der Schlüssel für alles ist.
Ich beschäftige mich deswegen schon längere Zeit mit dem Vorgehen beim Innenangriff unter Atemschutz
und habe dazu praktische Übungen und internationale Literatur verglichen.
Bei uns in Bayern ist seit Jahren das Procedere verbreitet. Tür auf. Drei Sprühstöße in die obere Rauchschicht. Tür zu.
Warten. Tür wieder auf. Drei Sprühstöße. Wieder zu. Und so weiter, bis man vermeintlich sicher vortreten kann.
Ich habe das bei einer Übung eine kleine Holzhütte gbaut undentsprechend direkt getestet, bzw. testen lassen ;-).
Ergebnis in meinen Augen eindeutig.
Deshalb frage ich euch, offen und ehrlich: Bin ich damit auf dem Holzweg oder ist da mehr dran, als nur Gewohnheit?
Ich habe immer mehr das Gefühl, daß alte Menschen aus alten Büchern unterrichten und ihre altbackenen Ansichten mit Inbrunst
und als in Stein gemeißelt und undiskutierbar stehen lassen.

Meine Beobachtungen aus Übung und Praxis:

Das kurze Sprühbild am Türspalt kann kurzfristig Gase abkühlen.
Es ist eine mögliche Taktikoption, wenn oben deutliche Rollover Indikatoren oder extreme Thermik sichtbar sind.

In der Praxis sehe ich zwei große Probleme bei der Sprühstoß-Methode.
Erstens entsteht oft Dampf und Feinstnebel, der die Sicht verschlechtert und zu unkontrollierten Strömungen führen kann.
Zweitens wird durch die Zerstäubung Luft mitgenommen, was in ungünstigen Flowpaths dazu führt, dass Rauch oder Flammen in Richtung Trupp gedrückt werden.

Beim Vollstrahl an die Decke und kontrolliertem Sweep beobachte ich eine deutlich andere Wirkung.
Der Strahl bricht an der Decke, Wasser trifft größere Flächen, die Decke kühlt besser.
Die Rotation am Brechpunkt des Strahls verteilt Wasser effektiv über die obere Schicht.
Gleichzeitig ist die Luftmitnahme weniger ausgeprägt als beim breit gestreuten Sprühbild.

In meinem Testvorgehen habe ich mit identischer Wassermenge einmal konventionell und einmal Vollstrahl gearbeitet.
Das Ergebnis sprach für mich klar für den Vollstrahl Sweep als sicherere und effektivere Methode beim Vorrücken zum Brandherd.

Was ich gelesen habe und was ich in die Diskussion einbeziehe:
Internationale Untersuchungen und Labortests von Instituten wie UL FSRI, NIST und CFBT zeigen,
dass Strahlbild und Technik erheblichen Einfluss auf Luftmitnahme, Strömungen und Temperaturprofile haben.
Voll- oder Gerade Strahl erzeugen in vielen Szenarien weniger Entrainment als breit zerstäubende Sprühbilder.
Gezieltes Gas Cooling hat seine Berechtigung, aber nur wenn es sehr kontrolliert und gezielt angewandt wird.
Falsch angewandt kann Gas Cooling selbst problematische Strömungen erzeugen.

Meine Empfehlung, basierend auf Praxis und Literatur:

Türkontrolle und Lage lesen. Nicht automatisch sprühen. Nur bei klarer Indikation kurz impulsartig kühlen und Tür sofort schließen.

Vorrücken mit Voll- oder Geradstrahl. Ceiling Hit und kontrollierter Sweep zum Decken- und Flächenabtrag.

Sobald der Brandherd erreichbar ist, direkt Zielwasser. Wasser laufen lassen, kein punktuelles, übermäßiges Pulsieren.

Tür- und Strömungsmanagement bewusst steuern. Unkoordinierte Belüftungsmaßnahmen vermeiden.

Klare Kommandos und konsequentes Training. Einheitliche Abläufe reduzieren Fehlanwendungen.

Frage an die Community:
Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder sprechen wir hier nur von individuellen Vorlieben?
Gibt es bei euch in der Praxis oder in lokalen Lehrbüchern zwingende Gründe, beim Türspalt standardmäßig immer auf Sprühstöße zu setzen?
Welche Beobachtungen und Messdaten habt ihr aus Übungen oder Einsätzen, die das eine oder andere Verfahren stützen oder widerlegen?
Wie macht ihr das bei euch?

Ich will hier keine Grabenkämpfe, sondern Faktenbasierte Diskussion.
Wenn wir das sauber erarbeiten, können wir das in der Atemschutzabteilung als Standardvorgehen diskutieren und, wo sinnvoll, anpassen.
Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen, Messwerte und ehrlichen Einschätzungen.

Gruß vom See

Markus

In Treue fest!

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AutorMaxi8mil8ian8 H.8, Löhnberg / 891711
Datum18.10.2025 20:431287 x gelesen
N'Abend!

Sehe die Thematik auch so, dass wir mit der klassischen Sprühimpulsmethode auf einem Holzweg sind. Formal mag die größere Oberfläche eine bessere Kühlwirkung haben beim Sprühstrahl. Allerdings wird die Eindringtiefe, Zielballistik und Strömungseffekte nicht beachtet beim Vergleich. Auch ist die Angst vor Wasserschäden omnipräsent.

Versuche aktuell ein Umdenken in unserer Ortsteilwehr zu erreichen. Braucht Zeit und Überzeugungsarbeit. Nenne mich selbst manchmal Strahlrohr-Ketzer. Die Thematik ist für viele sehr neu.

Meine Empfehlung zum Vorgehen, welches ich auch für unerfahrene AGT vermittel:

HSR mit 235 L und Vollstrahl als Grundeinstellung.
Bogentechnik mit kontinuierlichem Fluss beim Vorgehen, wenn Rauchgaskühlung notwendig.
Am Brandraum mit Vollbrand Lassotechnik zum Niederschlagen mittels Sprinklereffekt.
Anschließend gezieltes Ablöschen von Flammen.
Für Nachlöscharbeiten Durchfluss reduzieren und HSR rechtzeitig schließen.


Fachvortrag Lars Axelsson


Studie "When water goes up in smoke"

Verweise immer gerne auf die obigen Links. Da wird die Sinnhaftigkeit des Vollstrahls nochmal sehr einleuchtend dargestellt.

Viele Grüße aus Mittelhessen

Max

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AutorSven8 R.8, Brakel / NRW891714
Datum19.10.2025 07:451068 x gelesen
In den Punkten hast du vollkommen Recht.
Problematisch wird das Ganze wenn die Leute das nicht üben (können),was wir in der Fläche ganz sicher nicht gewährleisten können, auch der Vollstrahl ist nicht das Allheilmittel auch damit entsteht Dampf grad bei unserer doch etwas anderen Bauweise als in den US wo der "neue" Vollstrahl herkommt.
Der Strahlrohrführer muss egal wie und wann Wissen was er dort tut und wie die Gegenreaktion des Feuers und Gebäudes sein wird.
Sprühstrahl führt Luft mit das ist unstrittig und auch leicht zu zeigen.
Du kannst bei der Türöffnung genauso mit Vollstrahl Arbeiten der "Fensterimpuls" geht da auch genauso, und dort ist das völlig unkritisch was der Raum dahinter macht, die Tür ist ja sofort wieder zu.

Deses Video KLick zeigt meiner Meinung nach ein wenig die Probleme die ich dabei sehe. Wir haben hier eine Vorführung mit relativ guter Zuluft weil eine ca 40-50 cm Rauchschicht rest ist frei, das bedeutet derTrupp geht mit Luft vor, bzw die Übungsanlage ist offen. Hier nutzt ein erfahrener Strahlrohrführer einem sehr kontrolliert eingesetzen Strahl bis der Reaktionswasserdampf etw auf Helmhöhe ist. Der gemeine FM in der Fläche wird da eher länger Wasser abgeben und damit auch mehr Dampf erzeugen. Wenn wir dann noch die Luft Zirkulation wegnehmen und das ganze nochmal machen kann es gut sein der Trupp sitzt voll im Dampf und wird zurückgedrängt.

Noch ein Video hier wird ein wenig auf die Probleme die ich sehe eingegangen. Was unbedingt passieren muss ist Training für alle vom Cheffe bis zum Löschknecht. Sie müssen wissen was grad Anmache ist sonst geht das schief, unabhängig von der gewählten Taktik, daher ist es manchmal besser mit weniger Zufrieden zu sein und dafür ist es sicher fürs eigene Personal.

Kurz gesagt durch die Wassermenge die Feuerwehrs gegen Decke und Wände oder in die Brandgase geben reagieren zu Dampf weil das ist der einzige Weg die Energie aus dem System zu nehmen. Der muss irgendwo hin unabhängig vom Strahlbild das ist simple Physik. Mehr reagierendes Wasser wird zu mehr Dampf, das kühlt zwar geht aber auch gut durch Schutzkleidung und macht das für den Innenangriff unangenehm. mit einen Strömungspfad wo der Dampf abziehen kann, kein Problem darauf basiert der Fensterimpuls an die Decke, der Dampf kann da auch wieder raus und geht nicht nach innen. ohne Abluftöffnung wird Dampf das System ( Wohnung) nicht verlassen könenn oder er muss am Trupp vorbei wenn derZugang die einzige Öffnung ist.

Ich hoffe es ist so einigermaßen klar wo ich drauf hinauswill.

Greets Sven

Meine Meinung und nix anderes.

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AutorSasc8ha 8H., Zusmarshause / BY891717
Datum19.10.2025 16:11978 x gelesen
Geschrieben von Markus G.Bei uns in Bayern ist seit Jahren das Procedere verbreitet. Tür auf. Drei Sprühstöße in die obere Rauchschicht. Tür zu.

Verstehe nicht ganz wo du das her hast. Als ich meinen Ausbilder Atemschutz Lehrgang an der SFS gemacht habe wurde das so nicht gelehrt. Auch beim Aufbaulehrgang wurde das so nicht gemacht. Im Gegenteil. Keine Sprühstöße zu machen.

Welche Taktik die richtige ist, ist von mehreren Faktoren abhängig. Ist der Raum nicht heiß, brauchst auch nicht kühlen... Hab ich ne Abluftöffnung? Alles verraucht, oder gute Sicht... Eine Musterlösung gibt es dafür nicht. Meistens wird bei der Realbrandausbildung nur der Vollbrand Sufe ROT in voller Ausdehnung beübt. Brauchst dich nicht wundern wenn bei kleinbränden die selbe Taktik angewandt wird. Wenn nicht auch diese beübt wird.

Aktuell steht bei uns der VR-Atemschutztrainer der SFS. Ich erhoffe mir davon die Manschaft auf eine Situationsgerechte Taktik schulen zu können.

Grüße
Sascha

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AutorMark8us 8G., Kochel am See / Bayern891718
Datum19.10.2025 20:47856 x gelesen
Hallo Sascha,

Geschrieben von Sascha H.Verstehe nicht ganz wo du das her hast.
Von unserem KBM Atemschutz einem BF´ler, von anderen Landkreisausbilder anderer Landkreise ect. ;-)

Geschrieben von Sascha H.Welche Taktik die richtige ist
Richtig, genau darum geht es ja, daß "wir" nicht "geschult" sind und immer noch so viel Mist machen, weil sich keiner damit beschäftigt.
Wir müssen Resourcen aufbauen und Lehren.
Das würde aber bedeuten, daß wir willig sein müssen, neue Erkentnisse einfließen zu lassen und uns nicht verschließen.
Dies ist aber in den allermeisten Fällen, die ich kenne der Fall.
Frei nach dem Motto, Mia ham no a jeds Feier ausbracht.
Zu welchem Preis wird hierbei allerdings nicht gefragt.Geschrieben von Sascha H. Brauchst dich nicht wundern wenn bei kleinbränden die selbe Taktik angewandt wird.
Mein Reden......
Geschrieben von Sascha H.Ich erhoffe mir davon die Manschaft auf eine Situationsgerechte Taktik schulen zu können
Ich wünsche euch hierfür ganz viel Glück..... ;-)

Gruß vom See

Markus

In Treue fest!

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AutorSasc8ha 8H., Zusmarshause / BY891719
Datum20.10.2025 00:55823 x gelesen
Geschrieben von Markus G.Von unserem KBM Atemschutz einem BF´ler, von anderen Landkreisausbilder anderer Landkreise ect. ;-)

Wenn ich vernünftig ausbilden möchte. Sind eigene Fachausbilder ohne "Fortbildungsresidenz" die Basis jeder Aus- und Fortbildung.


Geschrieben von Markus G.Richtig, genau darum geht es ja, daß "wir" nicht "geschult" sind und immer noch so viel Mist machen, weil sich keiner damit beschäftigt.

Die SFS bietet zahlreiche Lehrgänge, Aufbaulehrgänge und Tagesseminare an. Muss man nur hin gehen.

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AutorMart8in 8B., Nürnberg / Bayern891728
Datum20.10.2025 16:23830 x gelesen
Generell interessant.

Frage zur Holzhütte. Wie groß ist diese und was wurde getestet? Mit Feuer oder ohne?

Die Beiträge vom Swedish Fire Nerd kenne ich. Ebenso Aaron Fields in "Nozzle foreward". Gibt auf YT einen Beitrag, in dem eine US-Feuerwehr, die es in einer Übung darstellt (oder zumindest versucht? Smoothbore vs. Fog oder ähnlich nennt der Clip.

Da jetzt an den Grundfesten der bay. Feuerwehrschulen zu rütteln. Interessant wäre die Meinung, eines Floshover-Papstes.

Beobachtung meinerseits als nicht betroffener Trupp in einen gasbefeuerten Brandhaus. Trupp vor uns betritt den Brandraum und pritschelt mit zuwenig Wasser, Sprühstrahl-Einstellung solange rum, bis der entstehende Wasserdampf und die Verwirbelungen das thermische Gleichgewicht dermaßen gestört haben, das der Trupp sehr heiße Ohren bekam. Lt. dem Ausbilder im Leitstand,war das anhand der Temperatursensoren zu erkennen, daß es nix wird.

Ehrliche Einschätzung ist, daß der gemeine bay. FeuerwehrmannIn viel zu wenig g'scheite Feuer hat, um daraus Lehren zu ziehen.

Alles meine private Meinung usw.

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AutorMart8in 8B., Nürnberg / Bayern891729
Datum20.10.2025 16:47610 x gelesen
Die SFS bietet zahlreiche Lehrgänge, Aufbaulehrgänge und Tagesseminare an. Muss man nur hin gehen.

Muß man halt erst mal nen Platz bekommen! Blumige Lehrgangslisten- und beschreibungen helfen nur bedingt weiter. Von weiteren Unwägbarkeiten, die nix mit der Schule zu tun haben abgesehen.

Alles meine private Meinung usw.

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AutorMark8us 8G., Kochel am See / Bayern891731
Datum20.10.2025 17:29661 x gelesen
Guten Morgen,

Geschrieben von Sascha H.
Die SFS bietet zahlreiche Lehrgänge, Aufbaulehrgänge und Tagesseminare an. Muss man nur hin gehen.

Naja, ist nur die Frage für was....??
Wenn ich mir die Lehrgangskataloge in Bayern anschaue, ist viel dabei, was aber gerade einmal den Grundbedarf angeht und seltenst etwas inovatives.
Und auch kommen sie mit ihrem Auftrag für die "Grundversorgung" an Ausbildung schon nicht nach.
Grund hierfür sind fehlende Ausbilder.
Auch werden massenweise Schulungen abgesagt, weil die Menschen kein Interesse haben oder vom Arbeitgeber nicht freigestellt werden.
Ergo kann ich deinem Vortrag nicht folgen. ;-)

Gruß vom See

Markus

In Treue fest!

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AutorMark8us 8G., Kochel am See / Bayern891735
Datum20.10.2025 19:25859 x gelesen
Feuerwehr Kochel am See on Instagram: "? Vollstrahl oder Sprühstrahl?
Bei unserer Realbrandübung in der selbstgebauten Holzhütte hieß es: Rauch lesen, Flammen verstehen, sicher handeln! Brechen des Vollstrahls an der Decke zur Kühlwirkung...Strahlrohrübung mit verschiedenen Varianten. ??
? Was würdet ihr im Einsatz beim Vorgehen wählen ? Vollstrahl oder Sprühstrahl?

#feuerwehrkochel #ffkochel #feuerwehr #realbrand #innenangriff #atemschutz #feuerwehrkochel #teamwork #feuerwehrübung #einsatztraining"

172 likes, 1 comments - feuerwehrkochel on October 18, 2025: "? Vollstrahl oder Sprühstrahl?
Bei unserer Realbrandübung in der selbstgebauten Holzhütte hieß es: Rauch lesen, Flammen verstehen, sicher handeln! Brechen des Vollstrahls an der Decke zur Kühlwirkung...Strahlrohrübung mit verschiedenen Varianten. ??
? Was würdet ihr im Einsatz beim Vorgehen wählen ? Vollstrahl oder Sprühstrahl?

#feuerwehrkochel #ffkochel #feuerwehr #realbrand #innenangriff #atemschutz #feuerwehrkochel #teamwork #feuerwehrübung #einsatztraining".

Instagram

Hallo Martin,

die Hütte bestand aus Holzwerkstoffplatten, konkret OSB-Platten, 24 mm dick.
Vier Platten standen senkrecht nebeneinander, jeweils 1,25 m breit.
Damit hatte die Hütte eine Grundfläche von 2,50 m Breite und 5,00 m Tiefe.
Das Dach bestand aus Sperrholzplatten, keine OSB.
Es handelte sich um alte Platten, die Oberfläche war bewusst relativ glatt gewählt, damit der Deckel nicht sofort durchbrennt.
https://www.instagram.com/reel/DP9MK3nDN6q/?igsh=bWwzZ3R1Ym92a3I4

Die Übung sieht man auf unserem Instagram-Video.
Dieses Video ist natürlich ein bisschen medienwirksam aufgezogen worden nicht von mir,
sondern von einem Kameraden, der seine Sache in dem Bereich sehr gut macht.
Aber halt nur als Eindruck. Kostet nicht die Welt, war schnell zusammengeschraubt und hielt erstaunlich lange.
Nur an Anfang wäre sie uns beinhae durchgegangen, weil ich das ganze mit Rauchlehre machen wollte und wir nicht ausgerüstet waren.
hüstel. Der Plan war ein anderer gewesen..... :-)))
Hatten sie aber dann am laufen gehalten und alle haben wirklich was gelernt.
Mußten halt auch entsprechend nachlegen. (Ging mehr drauf als ich dachte und es wäre noch mehr gegangen....)

Geübt wurde mit Vollstrahl und Sprühstrahl beim Eindringen in das Gebäude.
Das Feuer war, wie man im Video sehen kann, aktiv dabei.

Ich weiß nicht, wen du als Flashover-Papst bezeichnest oder wer damit gemeint ist.
Ich habe eher das dumpfe Gefühl, dass es so jemanden gar nicht gibt, weil sich mit dem Thema kaum jemand wirklich ernsthaft beschäftigt. Haben wir immer schon so gemacht und dabei bleibt es. (Hatten hierzu shon entsprechende "Hinweise" erhalten. Nicht aus unserer Wehr, aber aus "höheren" Kreisen.
Wenn man sich im Internet umsieht, merkt man schnell, dass viele Leute ziemlichen Blödsinn posten.
Da werden Flashover, Rollover und Backdraft durcheinandergeworfen und kaum jemand kann diese Phänomene wirklich sauber unterscheiden.
Geschweige denn eine entsprechende Taktische Lehre daraus ziehen.

Was das Brandhaus betrifft:
Ich kann bestätigen, dass dort viele kaum echte Heißbranderfahrung haben.
Man geht da einmal rein, wird warm, denkt sich geil, nimmt aber im Endeffekt nichts mit, außer dass man endlich mal ein richtiges Feuer live gesehen hat.
Weil das, was dort gelehrt wird, genau das ist, was wir schon immer lernen:
Schön brav mit Sprühstößen reingehen, keine Alternativen, keine Erweiterung des Horizonts.

Genau deshalb haben wir diese Hütte gebaut.

Auslöser war ein Video von der Feuerwehr Mindelheim.
https://youtu.be/YHzXOygSrrI?si=w4IKotPRNcYEv52r
Ich finde das komplette Video leider nicht mehr, es gibt aber ein Zwei- oder Drei-Minuten-Video, in dem sie versuchen, diese Hütte auszumachen permanent mit Sprühstrahl. Eine Katastrophe, wennm an sich mit Taktik, Technik, Unter - und Überdrücken auseinandersetzt.

Das war für mich der Punkt, an dem ich mir gesagt habe:
Genau so werden unsere Leute aufgezogen, genau so wird Angst vor Feuer geschürt und genau so darf man es mMn. auf keinem Fall machen. Und genau davon müssen/sollten wir weg.
Ich würde mich freuen, wenn einer das gsamte Video finden und verlinken würde.
Bitte Leute eins vorweg.
es geht mir in keinster Weise darum die Kameraden aus Mindelheim zu diskreditieren oder gar an den Pranger zu stellen.
Ich finde solche Videos sehr lehrreich und so voller wertvoller Inhalte um zu lernen.
ICh würde euch bitten, solche Dinge auch unter einem solchen Aspekt zu betrachten. Danke hierzu ;-)

Diese Vorführung aus Mindelheim war für mich so einprägsam, dass ich beschlossen habe, das Thema selbst aufzugreifen und zu prüfen.
Ich beschäftige mich seit ein paar Jahren damit, und dieser Versuch hat für mich vieles bestätigt, daß wir unsere Ausbildung hierzu entsprechend anpassen werden.

Auch ein Sehr interessanters und Lehrreiches Video hat man hier.
https://youtu.be/CeZ1MIq3P-0?si=wc8H44GBzu1SUwjd
Bitte einmal unter Taktischen und Physikalischen Eindrücken anschauen.
Weg von heroischen BLabla und rein physikalisch betrachten. Schaut auf den Wassereintrag, den Rauch und die entsprechenden Durchzündungen.
Ich bin auf eure Meinung gespannt.
Und wie bereits vorher geschrieben, kein Bashing, sondern zum lernen!!!
Danke an Jan für das Einstellen dieses Videos.

Gruß vom See

Markus

In Treue fest!

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AutorSeba8sti8an 8K., Grafschaft / RLP891740
Datum21.10.2025 10:47   1227 x gelesen
Geschrieben von Markus G.Haben wir immer schon so gemacht und dabei bleibt es.Der Witz ist ja, das gerade das eigentlich nicht stimmt. In der Fläche hast du heute noch einzelne AGT herumlaufen, die ihre ersten Flaschen noch mit dem CM in der Hand geleert haben, womöglich damit sogar mal ein Feuer im Innenangriff löschen konnten. Dann kamen irgendwann die Hohlstrahlrohre, auch die PSA änderte sich, der Innenangriff war Hauptausbildungsthema über Jahre, und wie der Deutsche so ist: Wir können ja keine sanft kurvenden Korrekturen. Wir reißen das Steuer ganz herum, egal wieviele Wände drumherum sind. Wir robbten die Schulhöfe unserer Nation sauber, auf der drillmäßigen Suche nach der idealen 4-Sekunden-Wasserwolke des Sprühstrahls. Wir diskutierten darüber, bei welcher Wassertemperatur der Sprühstrahl die ideale Wärmebindung ermöglicht. Wehe, der Sprühwinkel hat nicht die 60° erreicht! Und im Maschinistenlehrgang war die Lösung für den idealen Pumpenausgangsdruck auch: Immer so, dass die Tröpfchengröße im Innenangriff ideal ist. Es wurden Standardeinsatzregeln, Standing Orders und Gebetsbücher rund um den Innenangriff gefüllt. Tenor war immer gleich: Vollstrahl ist böse, Außenangriff eh, und wer es wagte auf einem Foto erkennbar Wasser von außen recht gebündelt in ein Gebäude zu klatschen fand sich umgehend am aus Mehrzweckstrahlrohren gebauten Marterpfahl der Internetdiskussionen wieder. Bis irgendwer genau das plötzlich so gut fand, dass daraus neue Handlungsanweisungen schriftlich fixiert wurden. Man nannte es Fensterimpuls, und man sah dass es gut war.
Und jetzt sitzt der arme Angriffstrupp da vor der Türe des Zimmerbrandes. Der Oldie, der noch mit CM sein erstes Innenfeuer gelöscht hat. Der jüngere, der seit dem AGT-Lehrgang überlegt, wieso die tollen modernen Strahlrohre überhaupt einen Vollstrahl ermöglichen, braucht doch kein Mensch. Dahinter schiebt schon der Sicherheitstrupp, bestehend aus dem Allesleser, der sich fragt ob man das Feuer nicht durchs Fenster schon hätte ordentlich befensterimpulseln hätte können, wenn bloß mal einer die SER von 2014 überarbeitet hätte, und dem Physikprofessor, der insgeheim v.a. bezweifelt dass der Angriffstrupp die perfekte Wassertemperatur, Tröpfengröße und Sprühwinkeleinstellung dabei hat.

Irgendwann, wenn nix dazwischen kommt, sitzen wir alle in der Altersabteilung und sinnieren darüber, dass früher nicht alles besser war, aber eben auch nicht alles so falsch, und so manches in Teilen turnusmäßig auch einfach immer wieder kommt. Nicht nur rund um den IA. Jahrelang waren mancherorts D-Rohre und Feuerpatschen verpönnt, das lehren wir dann eben von neuem als die totale Innovation. Jahrelang war man der Ansicht bei jedem verunfallten PKW sofort die Batterie abklemmen zu müssen, weil sonst alles abbrennt, jetzt fahren wir den Sitz bequem nach hinten wo es Sinn macht...
Es wird nie verkehrt sein, in der Ausbildung auf einem aktuellen Stand der Technik und des Wissens eine gewisse Perfektion anzustreben. Es wird allerdings auch nie verkehrt sein, schlicht anzuerkennen, dass dann beim Realeinsatz vor der Türe des Zimmerbrandes ein paar AGT sitzen, die in ihrem Leben vielleicht ganze 1-5x in so einer Situation sitzen, 10min vorher noch sonstwo sonstwas veranstaltet haben und in der Hochphase ihrer Lernwilligkeit und Theorieaffinität zu Feuerwehrthemen derart unterschiedlich veranlagt sind, dass der eine den 60° Sprühwinkel mit 200l versuchen würde, während der andere mal gepflegt ein paar Sekunden ordentlich Vollstrahl und Durchfluss reinballert. Letztenendes haben es (gefühlt) beide schließlich schon immer so gemacht.

"Experten sind Leute, die 99 Liebesstellungen kennen, aber kein einziges Mädchen"
(Didi Hallervorden)

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AutorBern8d O8., Filderstadt / 891742
Datum21.10.2025 16:43774 x gelesen
Moien,

.......und bei dem ganzen Gedöns ist noch nicht berücksichtigt ob wir mit Wasser, Netzwasser, CAF oder sonst was vorgehen :-P

Gruß Ossi

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AutorSasc8ha 8H., Zusmarshause / BY891746
Datum21.10.2025 20:57707 x gelesen
Geschrieben von Markus G.Wenn ich mir die Lehrgangskataloge in Bayern anschaue, ist viel dabei, was aber gerade einmal den Grundbedarf angeht und seltenst etwas inovatives.

Bei uns in der Region machen wir ein Feuer überwiegend mit Wasser aus. Dafür sind die Lehrgänge an der SFS gut geeignet. Ich verstehe nicht was du mit inovativ meinst?


Geschrieben von Markus G.Und auch kommen sie mit ihrem Auftrag für die "Grundversorgung" an Ausbildung schon nicht nach.

Kann ich nicht bestätigen. Ich hab bis jetzt jeden Lehrgang bekommen denn ich machen wollte. Musst halt auch ein bisschen flexibel sein. Auch regelmäßig auf der Lehrgangsbörse vorbei schauen hilft da auch. Bei vielen Lehrgängen sind da noch Plätze zu haben. Musst halt schnell sein.

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AutorMart8in 8B., Nürnberg / Bayern891750
Datum22.10.2025 19:19783 x gelesen
Vielen Dank für die Erklärung, nur habe ich kein IG und werde mir das auch nicht installieren.

Flash-over-Pabst? Vllt. J. Südmersen. Oder jeder, der sich dafür hält?

Den besagten Clip hat der Swedish-Fire-Nerd meiner Erinnerung nach in einem seiner Beiträge ebenfalls gezeigt und besprochen. Für mich interessant.

Ich bevorzuge eher Durchgänge im Brandhaus statt holzbefeuerte Container. Hatte heute zufällig ein Gespräch mit einem Ausbilder, der in gasbefeuerten Anlagen ausbildet . Tendiert eher zu Voll/Ringstrahl und große Durchflußmenge.

Alles meine private Meinung usw.

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AutorMark8us 8G., Kochel am See / Bayern891752
Datum23.10.2025 12:31704 x gelesen
Guten Morgen Sascha,

freut mich, dass du mit den Lehrgängen gute Erfahrungen gemacht hast.
Bei uns sieht das leider ein bisschen anders aus, aber das mag auch an den jeweiligen Rahmenbedingungen oder der Flexibilität der Kameraden liegen.
Ich gönns dir auf jeden Fall, wenns bei dir läuft.

Zu dem, was du gefragt hast, was ich mit innovativ meinte:
Wenn du meinen vorherigen Post gelesen hast, wirds vielleicht klarer.
Mir gehts weniger um das Lehrgangsangebot an sich, sondern um die Inhalte also um unsere Taktik und Denkweise beim Löschen.

Wir machen heute im Grunde noch genau das, was man in den 1950er-Jahren schon gemacht hat:
Erst Menschenrettung, dann Brandbekämpfung.
Damals war das auch logisch, weil die Brandlasten gering waren Holz, Baumwolle, Naturmaterialien.
Ein Brand hat sich langsam entwickelt, die Temperaturen waren moderat, und du konntest ohne Atemschutz rein, suchen und Leute rausbringen.

Heute schaut das komplett anders aus.
Überall Kunststoffe, Schäume, Kleber alles voller Energie.
Das Feuer läuft dir innerhalb von Minuten davon, die Temperaturen schießen hoch, und du hast schnell einen Vollbrand.
Und genau da sehe ich die Notwendigkeit, taktisch umzudenken.
Vielleicht wäre es unter solchen Bedingungen sinnvoller, zuerst das Feuer zu bekämpfen, um Temperatur und Rauchentwicklung runterzubringen und damit die Überlebenschancen im Gebäude überhaupt erst zu erhöhen.

Das ist das, was ich mit Innovation meine:
Nicht neue Gerätschaften oder Gimmicks, sondern die Bereitschaft, alte Abläufe zu hinterfragen und an die heutige Realität anzupassen.

In dem Zusammenhang gings in meinem vorherigen Post auch um die Art des Löscheinsatzes konkret Sprühstrahl versus Vollstrahl.
Ich bin der Meinung, dass der Vollstrahl in bestimmten Situationen (vor allem bei massiver Brandlast und hohen Temperaturen) klar im Vorteil ist, weil er gezielter kühlt, die Rauchschicht schneller runterbricht und die Energie direkter nimmt.
Das wird meiner Meinung nach in der Ausbildung immer noch zu wenig beachtet, obwohls in der Praxis oft den entscheidenden Unterschied macht.

Mir gehts also nicht ums Meckern, sondern ums Weiterdenken wie wir unser Handeln an die Realität von heute anpassen können.
Denn das Feuer von 2025 ist nicht mehr das von 1950.

Gruß vom See

Markus

In Treue fest!

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AutorAndr8eas8 L.8, Rheinhausen / Baden-Württemberg891753
Datum23.10.2025 15:15706 x gelesen
https://www.idf.nrw.de/service/downloads/pdf/2019/fachempfehlung_brandbekaempfung_zur_menschenrettung.pdf

Vielleicht hilft dieses, meiner Meinung nach brandaktuelle, "Positionspapier" etwas. Ich darf an einer feststoffbefeuerten Ausbildungsstätte mit ausbilden. Wenn die Feedbacks der (internationalen) Teilnehmer stimmen, wovon ich ausgehe da anonym abgegeben, dann sind wir was der Stand der Ausbildung angeht ganz gut dabei.
Wir haben unsere Modulausbildung an dieses Papier angepasst. U.a. weg vom ausnahmslosen Sprüh- oder Vollstrahl. Hin zur dynamischen Strahlrohrführung. Der Rohrführer / der Trupp muss m.M. nach dahin gebracht werden. Hebel auf, schauen was mit der aktuell eingestellten Strahlform erreicht wird - wenns erfolgreich ist weitermachen. Wenn kein Einfluss auf das Feuer / die Lage erkennbar ist, am Strahlbild was ändern. Ich fahre bei einer Feuerwehr im Tagalarm mit. Diese hat für alle ersten Autos der Abteilungen Hohlstrahlrohre mit 400l/min beschafft, und das nicht weil grad Geld da war;-). Es war schon immer so: Viel, schnell und effektiv hilft immer.
Das, und alle anderen Punkte dieser für meine Meinung nach hervorragenden Empfehlung, sind auch ohne zu belegende Lehrgänge an irgendwelchen auf Jahre ausgebuchten Landesfeuerwehrschulen auf Standortebene zu vermitteln, zu testen, zu trainieren und zu festigen. Das geht ohne viel Aufwand und zu besorgender Technik.
Bsp.: Einfach mal ein Stück Flatterband direkt neben einen schönen Sprühstrahl und dann neben einen sauberen Vollstrahl halten.... Und dann die Hintergründe, Folgen, Vor- und Nachteile beschreiben können.
Grüße aus Baden!

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AutorSeba8sti8an 8K., Grafschaft / RLP891754
Datum24.10.2025 08:26618 x gelesen
Geschrieben von Andreas L.Hin zur dynamischen Strahlrohrführung. Der Rohrführer / der Trupp muss m.M. nach dahin gebracht werden. Hebel auf, schauen was mit der aktuell eingestellten Strahlform erreicht wird - wenns erfolgreich ist weitermachen. Wenn kein Einfluss auf das Feuer / die Lage erkennbar ist, am Strahlbild was ändern. Also das, was er vermutlich eh immer schon gemacht hat, auch zu den Zeiten als ihm vielleicht eingetrichtert wurde es gäbe nur die eine wahre Wahrheit.
Die Kunst ist nur, ihn wissenstechnisch (und auch emotional) dahin zu bringen, dass die Bewertung des gerade erzielten Löscherfolges/Sicherheitsgewinns möglichst fundiert ist.

"Experten sind Leute, die 99 Liebesstellungen kennen, aber kein einziges Mädchen"
(Didi Hallervorden)

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AutorStef8fen8 S.8, Großauheim / Hessen891755
Datum24.10.2025 09:02   956 x gelesen
Geschrieben von ---Markus G--- Wir machen heute im Grunde noch genau das, was man in den 1950er-Jahren schon gemacht hatNein, tun wir nicht.

Geschrieben von ---Markus G--- sondern die Bereitschaft, alte Abläufe zu hinterfragen und an die heutige Realität anzupassenDAS tun wir.

Geschrieben von ---Markus G--- Sprühstrahl versus VollstrahlUnd das ist hierzu die falsche Frage.

Denn die Antwort lautet:
- kommt drauf an
- sowohl als auch
- man kann das Eine tun, ohne das Andere zu lassen
Weil es nämlich keine pauschale Antwort auf diese Frage gibt. Auch wenn Feuerwehrdeutschland gerne und händeringend nach DER einen Antwort sucht, die uns in allen Lebenssituationen vollumfänglich alle Fragen beantwortet.
Wir erklären der (unwissenden) Laienwelt regelmäßig, wie flexibel wir in sekundenschnelle Situationen beurteilen und meistern können (müssen).
Und scheitern nun an der Frage: Was tun wenns brennt?
Feuer ausmachen ist Handwerk; keine Raketenwissenschaft.
Eine große Feuerwehr hat nach Jahren, der wie von Sebastian beschriebenen Art der Ausbildung, nach Studium einer Studie aus dem Ausland festgestellt, dass, wenn es brennt, Wasser ins Feuer muss.
Donnerwetter!
Von einem Angriffstrupp erwarte ich, dass er beim Löschangriff entscheidet, wie er vorgeht um der Flammen Herr zu werden.
Und dabei gibt es nunmal kein Schema F.
Und genau das muss ich meinen Angriffsrupps beibringen. Beurteile die Situation und triff eine Entscheidung.
Wenn im Flur nur leichte Rauchfäden zu sehen sind, muss ich nicht auf dem Bauch durch die Bude robben; ist der Flur schwarz verraucht, tue ich vermutlich gut daran, genau das zu tun.
Kommt drauf an.
Geistig flexibel bleiben, Situationen einschätzen und darauf reagieren.
Wenn ich mich vor einer Rauchdurchzündung schützen will, ist ein Sprühstahl sicherlich mein Mittel der Wahl.
Wenn es am Ende eines 10 Meter langen Raumes brennt, kann ich durchaus zunächst einmal einen Vollstrahl in Erwägung ziehen.
Kommt drauf an.
Beim VU können wir das doch auch. Denn keiner käme auf die Idee, beim einem Auto, welches auf dem Dach liegt, das Dach abnehmen zu wollen, weil das doch das Standardprozedere ist, um Insassen aus einem PKW zu befreien.

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AutorSasc8ha 8H., Zusmarshause / BY891805
Datum03.11.2025 17:17641 x gelesen
Geschrieben von Markus G.Ich wünsche euch hierfür ganz viel Glück..... ;-)


Ich komme nochmal auf den VR-Atemschutz Simulator zurück. Wir haben in den letzten zwei Wochen ca. 50 Atemschutzgeräteträger mit den Simulator fortgebildet. Ein positives Feedback von nahezu 100% hat mich dennoch überrascht. Natürlich kann der Simulator keine Heißausbildung ersetzen. Aber erkennen der Brandintensität, und angemessen darauf zu reagieren ist damit bestens möglich. Bei der Nachbearbeitung kann der Einsatz detailliert besprochen und analysiert werden. Natürlich darf mann dabei nich alles auf die Goldwaage legen. Auch die Software hat ihre Fehler und Grenzen.

Jeder Landkreis in Bayern hat einen bekommen. Hol dir das Ding mal für eine Winterschulung.

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