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RubrikFahrzeugtechnik zurück
ThemaAm neuem Fahrzeug - Feuerwehr - in Spiegelschrift ? Pro und Contra?26 Beiträge
AutorUlri8ch 8C., Düsseldorf / NRW417174
Datum26.07.2007 11:43      MSG-Nr: [ 417174 ]10817 x gelesen

Hallo,

letztlich ist das ziemlich wurscht, weils eigentlich v.a. um die Kontrastwirkung rot/weiß geht, die auffälliger ist als nur (leucht-)rot.

Das eine kann man im Spiegel lesen (und halt normal nur schätzen - steht aber auf den Seiten etc. nochmal "richtig", das andere umgekehrt).

Ist also eher eine Design- oder Glaubensfrage. Andere Beschriftungen sind viel wichtiger! (s.u.)




auch hier nochmal der Auszug aus http://www.einsatzpraxis.org/de/home/buecher/einsatzfahrzeuge_-_technik.html:

4.19Oberflächenbehandlung [Cimolino]

Um schneller gesehen, gleichzeitig als Sonderfahrzeug erkannt zu werden, dem Corporate Design (auch als ?Feuerwehr?, ?Rettungsdienst? bzw. ?THW?) zu genügen und Folgekosten zu reduzieren, gibt es für Sonderfahrzeuge Vorgaben zur Lackierung bzw. Beklebung. Diese finden sich in Normen, organisationsbezogenen Festlegungen bzw. landesspezifischen oder kommunalen Festlegungen.

Unabhängig von diesen Festlegungungen oder ?Empfehlungen? gibt es folgende faktischen Unterschiede in den Ausführungen:

- Tagesleuchtfarbe (RAL 3024 bzw. RAL 3026 für ?leuchtrot?) wirkt nachts, bei Dämmerung oder sehr schlechter Sicht (Nebel, Niederschläge) kaum besser als ?feuerwehrrot? (RAL 3000).
- Grundsätzlich sind dunklere Farbtöne bei schlechten Lichtverhältnissen immer schlechter erkennbar, als hellere.
- Tagesleuchtfarbe zählt zulassungstechnisch als Besonderheit, da normale Fahrzeuge damit eigentlich nicht zugelassen werden dürfen (Ausnahmen bestätigen die Regel bzw. die Unwissenheit mancher Zulassungsstellen bzw. die ?kriminelle Energie? von bewussten Falschnutzern).
Tagesleuchtfarbe ist damit im Gegensatz zu ?feuerwehrrot? (das sich so ähnlich auch in zahlreichen Rottönen der Serienfarben von Fahrzeugherstellern wiederfindet) eine Farbe, die praktisch immer auf ein Sonderfahrzeug von Feuerwehr oder Rettungsdienst hinweist. Von den verschiedenen Tagesleuchtfarben ist wiederum leuchtrot bzw. leuchtorange (RAL 3024 bzw. RAL 3026) für die Feuerwehr bzw. den Rettungsdienst zum einen in Deutschland vorgesehen, zum anderen auch bei der Bevölkerung als solche Farbe verankert.
- Grundsätzlich ist es sinnvoll, für Einsatzfahrzeuge Kontraste zwischen verschiedenen Farben (für die bessere Erkennbarkeit am Tag), z.B. (leucht-)rot mit weiß, mit reflektierender (Umriß-)Kennzeichnung (für die bessere Sichtbarkeit in der Dämmerung und nachts) zu verbinden.
- Besondere Farben mögen zwar eine theoretisch frühere Erkennbarkeit im Farbkartentest haben (z.B. lemon-green), zumindest im deutschsprachigen Bereich werden derartige Fahrzeuge aber sicherlich nicht so ohne weiteres direkt als Einsatzfahrzeug erkannt.

Die Feuerwehr Düsseldorf hat gelbe und weiße Fahrzeuge (Fahrgestelle) mit Folien beklebt. Erfahrungen liegen noch vor mit silbernen Basisfahrzeugen.
Leuchtorange bzw. -rot (RAL 3026) wirkt nach den gemachten Erfahrungen am besten auf/mit weiß. Gelb und Silber oder andere Farben bieten schlechtere Kontraste. Dies gilt AUCH für Beschriftungen: Weiß auf (leucht-)rot liefert die besten Ergebnisse, alles andere ist im Kontrast i.d.R. schlechter zu erkennen und v.a. wesentlich schlechter zu lesen !
Silber wird v.a. von der Polizei (seit Anfang des neuen Jahrtausends auch von der Bundeswehr) deshalb verwendet, weil hier vermehrt Leasingfahrzeuge (vgl. CIMOLINO, 2003e) eingesetzt werden. Silberne Fahrzeuge auf PKW-Basis (!) lassen sich nach der Verwendung im Polizeidienst besser wieder verkaufen.

Abb. 4.19/1: Gelbe reflektierende Beschriftung bei einem in RAL 3000 lackierten LF 16/12 (MB Atego 1325 AF, Aufbau Ziegler) der Feuerwehr Düsseldorf. (Foto: Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf)

Abb. 4.19/2: Gleiche Beschriftungsart auf ebenfalls einem LF 16/12 (MB Atego 1328 AF-Automatik, Aufbau Ziegler) in weiß auf leuchtroter Folie (RAL 3026) ist besser zu erkennen (Kontrast) und unabhängig vom Tageslicht auch besser zu lesen. (Foto: Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf) [Fotos neben- oder übereinander!]

Abb. 4.19/3: Gelbes Fahrzeug (kommuanler KatS, gebraucht bereits in gelb beschafft) mit RAL 3026 beklebt hat einen weit schlechteren Kontrast wie RAL 3026 auf weißem Lack. (Foto: Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf)

Abb. 4.19/4: Silbernes Fahrzeug (Opel Astra) der Polizei mit grüner Folie und doppelter sowie unterbrochener, rundum versiegelter, Reflexfolie beklebt. Derartige Fahrzeuge werden häufig in größeren Stückzahlen beschaffung und oft geleast. (Foto: Cimolino)


Alle Farben verlieren über die Jahre an Leuchtkraft bzw. Brillanz, dies hängt zum einen von ihrer Qualität und zum anderen von den auf sie einwirkenden Einflüssen ab. ?Laternenparker? leiden an den Oberflächen immer stärker, wie Fahrzeuge in Fahrzeughallen. Sonnenlicht hat grundsätzlich einen ausbleichenden Effekt auf alle verwendeten Farben (egal ob Lack oder Folie), das gilt auch wenn das Licht durch Scheiben auf die Fahrzeuge fällt (Fenster oder verglaste Tore).

Grundsätzliche Betrachtungen finden Sie in RANFT, 1997, bzw. in einem bebilderten Vortragstext bei CIMOLINO, 2003d.


....
...


4.19.4Beschriftung der Fahrzeuge

Die Beschriftung erfolgt nach folgenden Regelungen:
- Das Dach wird mit dem KFZ-Kennzeichen nach DIN 14035 (1981-11) beschriftet. Danach ist eine fette Mittel- oder Engschrift nach DIN 1451 mit einer Mindesthöhe von 400 mm in weiß auf rot bzw. schwarz auf weiß zu verwenden.
- Die Kennzeichnung des erforderlichen Reifeninnendruckes ergibt sich aus EN 1846-2: ?dauerhafte Anbringung über den Rädern?
- Weitere Kennzeichnungen nach gleicher Norm im Pkt. 7.3 z.B. für Bedieneinrichtungen usw. Piktogramme oder entspr. Landessprachen.
- Zusätzliche Hinweise müssen nach EN 292-2 ?Sicherheit von Maschinen ??. angebracht werden, z.B.:
o Sichtbarer dauerhafter Hinweis zur Fahrzeughöhe und ?breite sowie der Gesamtmasse, für den Fahrer sichtbar. Hier haben sich entsprechende deutliche Beschriftungen am Armaturenbrett (z.B. in Form von ?Verkehrszeichen?, vgl. Abb. 4.17/4) gut bewährt.
o Warnhinweis an einer Kippvorrichtung
sowie
o für alle Risiken, die nicht beseitigt werden konnten.
- Spezifische Schriftzüge des Eigentümers, ggf. in Verbindung mit Wappen und/oder Logos im Corporate Design des Auftraggebers.


Abb. 4.19.4/1: Dachbeschriftung eines ELW 1 der Feuerwehr Düsseldorf. (Foto: Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf)

Abb. 4.19.4/2: Reifendruckbeschriftung an den Rädern. (Foto: Klaus Wendel, Herrstein)

Abb. 4.19.4/3: Angaben zu den Fahrzeugabmessungen sowie zum KFZ-Kennzeichen auf dem Armaturenbrett helfen dem Fahrer bei der Fahrt durch Engstellen (Brücken, Unterführungen) sowie dem Fahrzeugführer, wenn das Fahrzeug aus der Luft über das Dachkennzeichen, vgl. Abb. 4.19.4/1 angesprochen wird. Hier ausgeführt beim GW-W der Feuerwehr Düsseldorf. (Foto: Cimolino) [Bild so beschneiden, dass v.a. die Angaben zu den Fahrzeugmaßen und das Kennzeichen sichtbar bleiben.]


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mit privaten und kommunikativen Grüßen


Cimolino

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