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| Rubrik | Einsatz | zurück | ||
| Thema | Im Krankenhaus verstorben: Feuermann erleidet bei Einsatz Herzstillstand
| 18 Beiträge | ||
| Autor | Fran8k E8., Viskafors / Västra Götaland | 777474 | ||
| Datum | 20.11.2013 10:50 MSG-Nr: [ 777474 ] | 6626 x gelesen | ||
Geschrieben von Andreas K. ob zum Zeitpunkt des Herzstillstands bereits der RD vor Ort war oder nicht Oder ob das Geschehen am Einsatzort statt fand. In Kurzform: Man darf ein AED nicht als Allheilmittel sehen! Herzinfarkt ist ja auch nur ein Überbegriff für verschiedene Arten von Sauerstoff-Unterversorgung am Herzen. Die Ursache wissen wir ja gar nicht. Eventuell nicht mal die behandelnden Ärzte. Was sein könnte: - Gefäßanomalie / -Fehlbildung und mit zunehmendem Alter schlechtere O2 Versorgung. Im Einsatz mit maximalem Stress reicht es nicht mehr aus -> Infarkt - Abreissen der Gefäßinnenwand aus unklarer Ursache -> Verstopfen des Gefäßes und Infarkt (Herzkranzgefäßdissektion und mit Intimaeinriss, hat eigenen Namen, komme ich aber gerade nicht drauf und will nicht googeln) - Zunehmende Arteriosklerose mit enger werdenden Gefäßen. Reicht für das normale Leben, im Maximalstress dann aber O2 Mangel und damit Infarkt. Eines der klassischen Geschehen - Plötzliches Abreissen eines Gefäß(fett)Plaques in einer Kranzarterie -> Weiterspülen in kleinere Endstromgebiete der Arterie -> Totales Verstopfen dort -> Infarkt (Je Größe des Plaques manchmal kapitaler Infarkt mit schlimmsten Folgen) Infarktbehandlung nach heutigem Standard (Diagnostik (EKG) weist also Infarktzeichen): Akut (also Minuten nach dem Eintreten): Körperliche Entlastung, Oberkörperhochlage, Gerinnungshemmer vom Aspirin Typ (mindestens 300 mg Acetylsal. Säure -also ASS) und dazu Ticagrelor (Brilique) 180mg Ladungsdosis, oft in Deutschland noch Clopidogrel (Plavix) statt dessen. ASS Tabletten Anwendung hat keinen wissenschaftlichen Nachteil gegenüber der Spritze. Betablocker zur Verhinderung lebensgefährlicher Rhythmusstörungen (Metoprolol intravenös - 25ml dreimal gegeben, wenn Frequenz und Druck es zulassen). Schmerzbehandlung mit Morfin, Kranzgefäßweitung mit Nitrospray wenn noch gewünscht, bzw. als Versuch zulässig. Wenn der Blutdruck es erlaubt. Blutdrucksenkung natürlich, wenn der immer noch hoch ist. 5000 Einheiten Heparin sind ein bisschen regionale Geschmackszache - eine Arixtra unter die Haut (subkutan) eigentlich nur, wenn keine sofortigen invasiven Massnahmen im Krankenhaus anstehen. Hat auch Zeit bis zur Notaufnahme. Zusammenfassung: Den ganzen Kram oben mache ich nur, damit der Sauerstoffmangel nicht schlimmer wird und kein dadurch folgendes Flimmern auftritt. Ein Flimmern behandle ich initial IMMER mit Herzdruckmassage und Beatmung, bis der AED / Defi in Betrieb gebracht ist! Hustenreanimation lasse ich aussen vor. Damit ist klar, dass man seine Leute ausbilden muss, nicht am Gerät, sondern in Reanimation. Und wenn alle das gut beherrschen, dann gehe ich zu Schritt 2 über. Der ist dann AED. Muss aber nicht heissen, dass der AED bei einem kapitalen Infarkt irgendwas rettet. Der O2 Mangel am Herzen besteht ja weiterhin. AED für eine freiwillige Wehr? Hier würde ich nur mit Grippe erkranken jungen Menschen (neigen bei Stress zu Flimmern) oder dem Stromunfall argumentieren. Retten kannst Du aber absolut auch mit einer guten Rea - das ist die Grundlage. Nicht der AED! Da macht man sich falsche Hoffnungen. | ||||
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