Auch im Stadtgebiet lief das zeitweise sehr chaotisch ab, die Shuttlebusse wurden erst nach und nach installiert und gleichzeitig mit Einschränkungen des Individualverkehrs so etwas Struktur reingebracht. Vor allem verkehrsmäßig war das auch bitter nötig, vom Neuenahrer Feuerwehrhaus zu meiner Wohnung (gut 7km) habe ich Samstag frühmorgens über ne Stunde gebraucht, und das größere Chaos war eher die andere Fahrtrichtung. Daher musste man da einfach mal die Reißleine ziehen. Auch, damit man die Stadt mal vernünftig "entmüllen" kann, Kanäle im größeren Stil inspiziert werden können und z.B. das THW für die erste "große" Behelfsbrücke den nötigen Platz hat.
Mehr Ordnung bei den Spontanhelfern, egal ob es der Corsa mit Leuten die Sperrmüll aus den Häusern werfen wollen oder die organisierte Kolonne landwirtschaftlicher Fahrzeuge ist, wäre weitaus früher schon sehr wünschenswert gewesen. Teils sind da auch schonmal Maßnahmen mit den staatlichen Versuchen, Infrastruktur wieder herzustellen, kollidiert. Sperrmüllhaufen auf Trafohäuschen geschoben, Kanalzugänge noch weiter verschlammt o.ä.. Da wäre mehr Ordnung, mehr Führung natürlich schon gut gewesen. Ich glaube aber nicht, dass man die realistisch überhaupt hätte herstellen können. Damit hätte man eher Helfer abgeschreckt, den Betroffenen zugesetzt und so manche Kritik verschärft. Viele sind wohl auch gerade deshalb gestartet, weil man die katastrophentypische Mangelverwaltung am Anfang und die Prioritätensetzung des Staates schlicht nicht akzeptieren kann oder will. Solche bekommst du nicht in BOS-ähnliche Strukturen gepackt. Die dann eingerichteten Verkehrsbeschränkungen finden natürlich auch nicht überall Zustimmung, wobei sich das in den sozialen Medien, jetzt wo die ersten Bilder der abtransportierten Schutthaufen rund gehen, auch etwas abschwächt.
Zu den Shuttlebussen an sich möchte ich v.a. diese Initiative hervorheben. Das ist inzwischen schon derart klasse organisiert, die brauchen schon alleine aus dem Grund mit Sicherheit keine "richtige Führung" seitens der BOS mehr. BOS muss akzeptieren, dass sich solche Strömungen selber bilden und führen, und darauf aufbauend kann man diesen dann auch etwas Richtung geben. Aber Führen im bos-typischen Sinn, dass funktioniert nicht.
"In der Regel machen es die reinen Experten nicht gut. Das ist wie vor Gericht. Der Zeuge weiß, wie es war, versteht aber nichts. Der Gutachter versteht alles, weiß aber nicht, wie es war. Der Richter versteht nichts und weiß nichts, aber er entscheidet - nachdem er alle angehört hat." (Wolfgang Schäuble, Stern-Interview vom 20.06.2013)
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