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ThemaFAQ Studentenverbindung, war: Feuerwehrforum und Verbindungen1 Beitrag
AutorMark8us 8W., Schwäbisch Gmünd / Baden - Württemberg531336
Datum30.12.2008 01:18      MSG-Nr: [ 531336 ]4519 x gelesen

Geschrieben von Markus WeberVorschlag: Ich werde morgen Abend / Nacht was zusammenschreiben, was Verbindungen sind, was "schlagend" heißt, usw. Ich stell das dann hier zur Kenntnisnahme rein, alles weitere können wir per PM / Mailingliste klären. Sonst fangt ihr hier alle noch mit fechten an und habt keine Zeit mehr für die Fortbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Was wir ja alle nicht wollen.

Dann werde ich mal loslegen.

Studentenverbindung für Anfänger

1. Historicus Academius, Geschichte der Verbindungen

Als der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften wuchs wurden in Europa die ersten Universitäten gegründet. Da damals die Lehrmeinung herrschte, das die wichtigen Quellen im Orginal zu studieren sind, war das in den Stätten die diese Orginale besaßen (Sokrates, Pythagoras, et al.). Die ersten Unis wurden in Padua, Bologna und Paris gegründet. Das war für einen Deutschen damals natürlich fern ab der Heimat, also schloss man sich dort zu "Nationes" zusammen, die landsmannschaftlichen Charakter hatten. Die Nation sorgte für Wohnung, Anschluss, Hilfe beim Studium, Pflege bei Krankheit und im schlimmsten Fall für ein christliches Begräbnis. Ansonsten waren die Nationen frei und man verbrachte dort seine Freizeit. Die bestand damals schon -wie auch bei heutigen Studenten- aus wüsten Trinkereien, Schabernack und nächtlichem Gelärme. ;-)

An Universitäten mit Nationes war das Universitätsgeschehen übrigens anders als heutzutage. Die Studenten beschäftigten ihren Professor, und entließen ihn auch, wenn er ihnen nicht passte. Das das die Umtriebe der Studenten nicht gerade eindämmte dürfte klar sein. An anderen Unis (Paris) folgte man eher dem heutigen System, man bezahlte zwar auch für sein Studium, wurde dann aber in klösterlich anmutenden "Bursen" untergebracht (daher der heutige Name "Bursche" für einen Verbindungsstudenten. Wie viele andere Wörter aus dem Verbindungsleben wurde dieser Begriff allgemein gültig, der Nichtkorporierte versteht darunter heute einfach einen jungen Mann). In diesen Bursen musste der Student wohnen, sein Tagesablauf war strikt festgelegt. Trotzdem schafften es die Studenten natürlich dem klösterlichen Leben zu entfliehen und heimlich auf der Bude (auch ein studentischer Begriff, der heute allgemein verbreitet ist) zu feiern und derben Schabernack zu veranstalten.

Unter Karl dem Großen wurde dann die erste deutsche Universität in Prag gestiftet. Davor war die höchste Ausbildung in Deutschland die Palastschule in Aachen (Vorläufer der RWTH übrigens!). Der Bedarf an Verwaltungsspezialisten bedurfte aber einer Dutschen Uni. Nach Prag wurde Wien und Heidelberg gestiftet.

Auch dort fanden sich die Studenten in Gruppen zusammen, auch hier wieder landsmannschaftlich organisiert. Die Franken waren in der Frankonia, die Schwaben in der Suevia und die Südschweden in der Frisia organisiert. Es war ein eher lockerer Zusammenschluss, da man in diesen Landsmannschaften quasi Pflichtmitglied war. Der "harte Kern" dieser Landsmannschaften schloss sich dann zu "Kränzchen", "Orden" oder "Corps" zusammen. Die Corps sind die ältesten noch bestehenden Verbindungen. Sie trugen Farben (meist zwei oder drei) als Band um die Brust, und an ihrer Mütze um sich von anderen Verbindungen abzugrenzen. Sie waren mancherorts mit Freimaurern im engen Kontakt und übernahmen von diesen viele Rituale. Man unterstützte sich gegenseitig, gerne auch mal mit der Waffe in der Hand. Man sorgte sich für seine "Bundesbrüder", allerdings wurden die Neumitglieder auch übelst gepiesackt. Die Kleidung wurde von älteren Semestern beansprucht, man musste den "Sklaven" für die Älteren spielen und wurde finanziell ausgenommen. Bis man selbst zu den Älteren gehörte und man das mit den Neuen auf noch schlimmere Weise wieder machte. Es kam dabei nicht selten zu Todesfällen...

Eine Wende trat mit der Gründung der ersten Burschenschaft im Juni 1815 zu Jena ein. Die Urburschenschaft setzte sich zum Ziel, die landsmannschaftlichen Verbindungen abzulösen und alle "Burschen" an allen Universitätsstädten zu vereinen. Die Verbindung gab sich die Farben schwarz-rot-gold. Verfechter dieser Idee war unter anderem Fichte, Ernst Moritz Arndt, "Turnvater" Jahn und Fries.

Die Farben der Urburschenschaft gehen auf das Lützow'sche Freicorps zurück, das gegen Napoleon kämpfte (Befreiungskriege), und in dem viele Studenten gekämpft hatten. Der erste öffentliche Auftritt der neuen Verbindung war das Wartburgfest 1817. Man strebte die Einheit Deutschlands an (in diesem Sinne schrieb von Fallersleben auch "Deutschland, Deutschland, über alles!". Auch wenn es von den Nazis missbraucht wurde ist dies ein zutiefst demokratisches Lied und entgegen manchem Irrglauben weder Verboten noch böse.

Leider schlug man über die Stränge, am Rande des Festes kam es zur berühmten Bücherverbrennung. Dies und der Mord des Turners Sand am russischen Generalkonsul von Kotzebue war der Anlass einer Verfolgung der demokratischen und antimonarchistischen Verbindungen im ganzen Reich. Wer in Geschichte aufgepasst erinnert sich vielleicht an die "Karlsbader Beschlüsse", die der Minister Metternich federführend durchsetzte und die Freidenker, Republikaner und Demokraten vor den Richter brachte. Ein Grund übrigens, warum man bis heute keinen Metternich-Sekt auf einem Verbindungshaus bekommt.

Die Verbindungen wurden verboten, weil sie demokratisch war und ein ungeteiltes Deutschland forderten. Leider nicht zum letzten Mal in unserer Geschichte...

Neben den unpolitischen Corps und den politischen Burschenschaftern bildeten sich Turnerschaften (die auf Turnvater Jahn" zurückgehen), Sängerschaften und Landsmannschaften. Außerdem kamen religiöse (katholische, evangelische, christliche, jüdische) Verbindungen auf. Anfang des letzten Jahrhunderts und mit Beginn des Frauenstudiums kamen dazu noch Damenverbindungen in Mode.

Im dritten Reich wollte man die Verbindungen dann gleichschalten. Man sollte das "Führerprinzip" einführen, sich von jüdischen Mitgliedern trennen und sich unter dem Dach des Nationalsozialistischen deutschen Studentenbund (NSdSB) zusammenschließen. Einige zogen mit, andere existierten im "Untergrund" weiter, viele lösten sich auf.

Im Nachkriegsdeuschland hatte man erstmal andere Probleme. Viele Aktive waren in Gefangenschaft oder wurden getötet, viele Bünde hatten keine Heimat mehr (so zum Beispiel meine Frankonia, die aus dem Sudetenland stammt). Zudem verboten die Alliierten erstmal alles was sie nicht kannten. Darunter natürlich auch die Studentenverbindungen.

Im letzten deutschen Unrechtsregime, in der DDR, waren Studentenverbindungen bis zum Ende verboten. In den 80er Jahren unterliefen mutige Studenten dieses Verbot und führten wieder Studentenverbindungen ein. Auf abenteuerlichen Wegen wurde "Couleur" - also unsere äußeren Erkennungsmerkmale beschafft, man schlug heimlich Kneipen, wurde von der Stasi verfolgt, und ein bundesdeutscher Fechtlehrer schaffte es sogar, Fechtmaterial in die DDR zu schmuggeln... Verbindungen, die sich unter dem Regime der DDR gegründet haben sind heute noch in der "Rudelsburger Allianz" zusammengeschlossen.

2. Studentenverbindungen heute
2.1 Leben eines Verbindungsstudenten
Verbindungen sind sehr unterschiedlich, siehe Geschichte. Alle haben aber Gemeinsamkeiten: Wir pflegen das Lebensbundprinzip, dass heißt wer einmal Mitglied wird tritt nur noch durch Tod oder Rausschmiss aus. Man beginnt seine Karriere als "Fux" / "Fuchs". Diese Fuxenzeit ist eine Probezeit. Für den Studenten und für die Verbindung. Man überlegt sich, ob man sich das wirklich sein ganzes Leben antun will. Als "Ausbilder" steht einem in dieser Zeit (zwei Semester) ein "Fuxmajor" zur Seite. Der Fuxmajor ist der "Jugendwart" der Verbindung. Er hält Fuxenstunden (Unterricht) ab, in denen die Fuxen alles lernen, was ein Verbindungsstudent wissen muss. Geschichte der Verbindung, Geschichte der Verbindungen allgemein, Comment (die Regeln, nach denen wir leben)... Fuxen tragen ein anderes "Band" (s.u.) als Burschen (=vollwertige Mitglieder) und dürfen noch nicht an allen Sitzungen (Conventen) teilnehmen. Ähnlich wie bei den Novizen in Klöstern, den "Prospects" in Motorradclubs u.ä.

Während der Fuxenzeit sucht sich der Fux einen Mentor aus den Reihen der Burschen aus. Sein Mentor "Leibbursch" genannt ist sein erster Ansprechpartner bei Problemen jeder Art. Aus diesem Leibbursch-Leibfux-Verhältnis entwickelt sich in aller Regel eine lebenslange Freundschaft. Ich kenne viele Fälle, in denen der "Leibbursch" Trauzeuge oder Taufpate des Kindes geworden ist. Nachdem auch der Fux irgendwann Bursch wird und wiederum einen Fuxen hat entwickeln sich über Jahrzehnte / Jahrhunderte hinweg "Stammbäume", bei Verbindungsstudenten "Bierfamilie" genannt.

Nach einem Jahr muss sich der Fux und die Verbindung entscheiden. Wollen wir ein Leben lang zusammen bleiben? Die Verbindung berät im Burschenconvent (Sitzung der Vollmitglieder) über die Aufnahme des Fuxen. Dann wird abgestimmt. Wird der Fux angenommen muss er eine Prüfung bestehen. Bei meiner Frankonia besteht die Prüfung aus einem sportlichen, einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil und dauert einen Tag.

Los geht es mit Sport. Das ist aber reine Schikane ;-) Morgens um 5 "Frühsport" in Form von Waldlauf. Danach schriftlich, 180min Prüfung zum abprüfen der fachlichen Eignung. Geschichte der Verbindungen und des Bundes, Mensur (s.u.), politische und gesellschaftliche Allgemeinbildung. Günter Jauch für Fortgeschrittene quasi. Praktisch muss der Fux eine Aufgabe aus dem Verbindungsleben erfüllen. Beispielsweise "einpellen" (anziehen) der traditionellen studentischen Tracht. Dann kommt der mündliche Teil, der Fux muss in den Burschenconvent und wird dort befragt. Ziel ist es noch einmal nachzubohren, ob der Fux lebenslang Frankone sein will/kann/darf, und ob er verstanden hat um was es geht.

Danach wird abgestimmt, bei einfacher Mehrheit wird aus dem Fux ein vollwertiges Mitglied, ein Bursch. Er schwört dann im Rahmen einer Kneipe (s.u., auch ein Wort das mittlerweile in den Allgemeingebrauch übernommen wurde) seinen Burscheneid. Ist ähnlich wie die Vereidigung unseres Kabinetts im Bundestag. Danach legt man ihm sein Burschenband um, und aus dem Fux wird ein Vollmitglied ("Bursche").

Als Bursch übernimmt der Verbindungsstudent nun Führungsverantwortung. Er ist mit Sitz und Stimme in jedem Gremium seiner Verbindung vertreten. Jedes Semester wählen die Burschen aus ihrer Reihe einen "Senior" (Vorsitzenden), einen XX (sprich "Zwei-X"; Schriftführer oder in schlagenden Bünden Fechtausbilder), einen XXX (sprich "Drei-X"; den Kassenwart) und den Fuxmajor ("Jugendbeauftragten").

Auch die schönste Zeit geht zu Ende, und irgendwann wird aus dem Studenten ein Akademiker. Damit ist zwar der Status "Student" weg, "Verbindungsstudent" bleibt man aber ein Leben lang. Akademiker mit abgeschlossenem Studium werden bei uns "Alter Herr" oder bei Damenverbindungen "Hohe Dame" genannt. Alte Dame wäre zu böse für ein Mädel Mitte 20... ;-). Die Alten Herren bleiben Mitglied ihrer Verbindung, kommen so oft es die berufliche Situation zulässt auf das Haus ihrer Verbindung und versuchen ihre Erfahrungen an die Jüngeren weiterzugeben. Nennt sich neudeutsch Networking, machen wir seit über 200 Jahren erfolgreich als "Lebensbundprinzip".

Natürlich muss ein Alter Herr auch seinen finanziellen Beitrag zum Weiterleben der Verbindung beisteuern, bei uns gut 100€/Jahr. Mit diesem Geld unterstützen wir die aktuellen Studenten ("Aktivitas") beim Unterhalt unseres Hauses:



ermöglichen der Aktivitas die Durchführung von zwei Festbällen pro Jahr (für uns :-) und schaffen die Möglichkeit Fortbildungen -auch außerhalb des Vorlesungsverzeichnis- zu ermöglichen.

2.2 Was unterscheidet Farbenstudenten von "normalen" Studenten
Wir sind füreinander da. Im Studium, im Berufsleben, im Privaten. Wenn man ein Problem hat, dann ruft man seine Bundesbrüder an. Wenn heute mein Haus abbrennt, dann ruf ich meinen Leibburschen an und ich kann selbstverständlich bei ihm wohnen. Networking eben...

Außerdem gibt es bei uns das "Studienprinzip", heißt: Studium geht vor! Wenn die Verbindung mitbekommt, dass im Studium etwas aus dem Ruder läuft wird gegengesteuert. Wir helfen uns, gegenseitig, wir versuchen uns gegenseitig zu motivieren, und bei Fachfragen gibt es immer einen Alten Herrn, der genau in diesem Fachgebiet arbeitet... Farbenstudenten haben eine signifikant geringere Abbrecherquote als "normale" Studenten.

2.3 Wie erkenne ich Farbenstudenten?


Wir tragen ein Band über der rechten Schulter, wenn wir als Farbenstudenten unterwegs sind (hier die Akademische Damenverbindung Carolina-Wilhelmina zu Ansbach-Triesdorf und ich).



Zum Vollcouleur gehört auch die studentische Mütze. An Form und Farbe kann der Fachmann die Verbindungszugehörigkeit bestimmen.

3. Schlagende Verbindungen?
Viel wird über das Fechten in Studentenverbindungen geredet, das meiste davon kann man getrost in die Kategorie Ammenmärchen einordnen. Das studentische Fechten ist weder mit dem Sportfechten vergleichbar, den es gibt hier weder Sieger noch Verlierer, noch ist es mit dem Duell vergleichbar, den es geht nicht darum den Anderen zu verletzen.

Wir fechten Mit- nicht Gegeneinander. Bei diesen "Bestimmungsmensuren" ficht ein Mitglied eines Bundes mit einem Mitglied einer befreundeten Verbindung. Dabei wird darauf geachtet, dass die zwei Fechter, "Paukanten" genannt, in Stärke, Technik und Geschwindigkeit zueinander passen. Im Gegensatz zum Sportfechten bleibt der Paukant bei der studentischen Mensur still stehen, alleine der Hiebarm, der den Schläger (studentische Fechtwaffe) führt bewegt sich. Die Trefferfläche ist hier -wieder im Gegensatz zum Sportfechten- der Kopf. Ohren, Nase, Augen sowie der Hals und der Oberkörper sind dabei geschützt um gefährliche Verletzungen zu vermeiden. Da der "Schmiss", eine Verletzung des Kopfes heutzutage kein Zeichen akademischer Bildung mehr ist, dürfen nur gut ausgebildete Fechter auf Mensur. So sind Verletzungen nahezu ausgeschlossen. Außerdem muss mindestens ein approbierter Arzt vor Ort sein, der die "Mensur" jederzeit unterbrechen/beenden kann. Das sollte allerdings nicht passieren, eine Mensur sollte ohne Blut ablaufen.

Warum wir das machen? Komplizierte Frage... ;-) Wir betrachten die Mensur als wichtige Hilfe zur Persönlichkeitsbildung. Denn in der Vorbereitung darauf muss der Teilnehmer eine saubere Kampftechnik (das "Pauken") einüben und dabei Disziplin und Sorgfalt entwickeln. Dabei muss er sich mit einer als bedrohlich empfundenen Situation auseinandersetzen, die eigenen Ängste davor überwinden und ihr gefasst entgegentreten. Außerdem ist man auf Mensur alleine, man muss da durch. Auch wenn die Bundesbrüder drum rumstehen,man hat es alleine in der Hand...

Viele Verbindungen halten auch am Mensurstandpunkt fest, und machen ihn gar verpflichtend, weil sie nicht jeden aufnehmen wollen. Wer mitspielen will muss in manchen Bünden zwei bis sechsmal fechten, um Mitglied zu werden. Damit wollen diese Bünde Mitläufer verhindern. Wer "auf seine Farben" auf Mensur steht, dem liegt was an seinem Bund.


Hier mein Bund beim Pauken (Üben). Der Kerl ganz rechts ist der Sekundant, quasi der Sicherheitstrupp bei der Mensur. Er geht mit (stumpfer) Waffe dazwischen, wenn sein Mann gefährdet ist. Nennt sich "Einspringen" und hat es auch in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft.

Zum Thema "schlagend", weil es hier explizit gefragt wurde:

  • es gibt pflichtschlagende Bünde, dort muss jeder n Partien bestreiten,

  • es gibt fakultativ schlagende Bünde, dort muss jeder Aktive in der Lage sein eine Partie zu schlagen, ob er das tut ist sein Ding

  • es gibt freischlagende Bünde, da darf man, muss man aber nicht schlagen

  • es gibt nichtschlagende Bünde, da darf man nicht schlagen



4. Verbindungen sind...
ebenso wenig klassifizierbar wie Feuerwehren. Wir haben unpolitische Corps (siehe Geschichte), die einen sehr elitären Eindruck machen, wir haben politische Burschenschaften (siehe Geschichte), die sich über Fichte, Arndt und die 1848er-Revolution definieren, wir haben Sängerschaften die die musische Bildung ihrer Mitglieder forcieren, wir haben Turnerschaften, die regelmäßig das Sportabzeichen von ihren Mitgliedern fordern, wir haben Damenverbindungen, christliche Verbindungen und, und, und... "Die" Verbindung gibt es nicht.

5. Kritik an Verbindungen
Verbindungen werden kritisch beäugt. Schon alleine deshalb, weil es nicht einfach zu erklären ist, was wir machen. Ich habe mein wahrscheinlich längstes Post bei fw.de verfasst, aber ich konnte noch nicht mal ansatzweise erklären was wir machen.

Zum Anderen gibt es an Unis ein gewaltiges linksextremes Potential, das gegen Verbindungen schießt. Zum Thomastag in Nürnberg (3. Advent, Bummel über den Christkindelsmarkt für Verbindungsstudenten) rief der Asta der FH Nürnberg zum Diebstahl studentischer Mützen auf (die ist mir heilig, die trage ich bei meiner Hochzeit und mit der werde ich beerdigt!), über die Weihnachtsfeiertage wurde ein Verbindungshaus in der Nikolausstraße in Göttingen verwüstet, eine andere Göttinger Verbindung wurde vor Weihnachten Opfer eines Farbbeutelanschlags - dieser Bund hat alleine im letzten Jahr 50-60k€ ausgegeben um die Fassade sauber zu halten. In Frankfurt wurden die Schaukästen aller Verbindungen "verziert", in Marburg wurden Verbindungsstudenten von Vermummten angegriffen.

Das alles war im Dezember! Molotow-Cocktails, gefährliche KV - alles schon da gewesen.

Wir bieten natürlich eine breite Angriffsfläche. Nicht jeder Bund nimmt Frauen auf, darunter auch meine Frankonia. Wir sind zum Schluss gekommen, dass ein Lebensbund besser unter Männern funktioniert. Stattdessen haben wir die Mädels unserer jetzigen Damenverbindung angeleitet was eigenes zu machen. Klappt prima :-) Kann man für sinnvoll erachten oder mich jetzt in die Schublade "Frauen gehören an den Herd!" stecken.

Manche Bünde nehmen nur Deutsche auf, ist bei einer Burschenschaft (siehe Geschichte) oder Landmannschaften auch sinnvoll. Man kann das aber auch als rechts auslegen. Und rechts (nicht rechtsextrem!) ist per Definition der Gutmenschen böse. Wobei rechtsextrem bei einigen rechts der SED beginnt....

Wir haben einen elitären Anspruch und weisen auch mal jemand zurück. Das kann man mit Zukunftsplanung oder mit elitärem zuschustern von Jobs erklären.

Wir sind nicht tolerant gegenüber allem, wir halten nix von Political Correctness und wir machen freiwillig Dinge, die andere seltsam finden. Beispielsweise singen wir alte Studentenlieder wie "die Gedanken sind frei!" und wir schlagen Mensuren mit rasiermesserscharfen Waffen. Das wirkt auf "Finken" (Nicht-Farbenstudenten) seltsam.

Daher wirken wir nach außen seltsam, ist ja hier auch schon angeklungen. Der Wahlspruch meiner Frankonia "Ehre-Freiheit-Vaterland" beispielsweise mag für Außenstehende massiv nach rechtem Rand der Gesellschaft klingen, heute würde man es "Menschenwürde-freiheitlich-demokratische Grundordnung-Heimatverbundenheit" nennen -wir werden dasaber sicher nicht umbennen, hat sich seit 1922 bewährt ;-)

Soweit mein kurzer Abriss über Verbindungen, ich werde diesen Beitrag sofort nach dem Posten für Antworten sperren. Wer Fragen hat wendet sich bitte an einen der Farbenstudenten hier.

Mit blau-silber-grünem Farbengruß,

Markus Z!


Wenn man aus einem 100 Stockwerke hohem Hochhaus springt, kann man 99 Stockwerke glauben, man könne fliegen. (Capital)

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 29.12.2008 00:26 Mark7us 7W., Schwäbisch Gmünd Feuerwehrforum und Verbindungen
 30.12.2008 01:18 Mark7us 7W., Schwäbisch Gmünd

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