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RubrikTaktik zurück
ThemaWaldbrandübung mit realem Feuer - VG Lambrecht, 29.04. & 30.04.20177 Beiträge
AutorStef8fen8 W.8, Elmstein / Rheinland-Pfalz839451
Datum16.05.2018 16:24      MSG-Nr: [ 839451 ]929 x gelesen

Geschrieben von Bernhard D.-> Rheinpfalz " Lambrecht: Kampf gegen die Flammen (mit Video) "

Gibt auch noch einen schönen Blogbeitrag der Journalistin der RHEINPFALZ inklusive Video:

RHEINPFALZ-Blog - Jennifer Back: Mit der Feuerwehr beim selbst gelegten Waldbrand

wald_2054.jpg

RHEINPFALZ Ich erinnere mich noch gut, wie mein Vater mehrere Jahre lang Wehrführer in meinem Heimatdorf mitten in der Nacht aus dem Haus gestürmt ist, weil sein Funkmelder gepiept hatte. Und dass er mir beim Frühstück die Details ersparte, wie er verbrannte Menschen aus einem Haus oder einem Auto gezogen hat. Ich erinnere mich ebenso gut an Silvester 2016, als ich mit Wehrleuten der Feuerwehr Landau gefeiert habe und diese kurz nach Mitternacht zu einem Großbrand ausrücken mussten. Stundenlang waren sie bei Eiseskälte im Einsatz. Und jetzt am Wochenende die große Waldbrandübung mehrerer Feuerwehren der Vorder- und Südpfalz in Elmstein, allen voran die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Lambrecht.

Im ersten Moment stutzte ich bei der Ankündigung, dass Feuerwehrleute den Pfälzerwald in Brand stecken wollen. Klingt ja erst mal nach Feuerteufel, also nach jemandem, der aus Spaß zündelt. Zumindest die Lambrechter hatten darin schon Erfahrung im Wald-Anzünden, nicht als Feuerteufel. Bereits vergangenes Jahr haben sie beim Waldbrandseminar geübt, wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen. Die wohl wertvollste Erkenntnis: Es sind die kleinen Werkzeuge, die das große Unglück verhindern können. Und zwar ein mit 20 Liter Wasser gefüllter Löschrucksack und ein Handwerkzeug. Der Rucksack ist über einen dünnen Schlauch mit einer Spritzpistole verbunden, mit der man etwa 100-mal spritzen kann. Das Werkzeug mit dem etwas sperrigen Namen Gorgui-Tool ist quasi Schippe, Hacke und Rechen in einem. Mit ihm können die Feuerwehrleute eine Schneise in die Walderde graben, um das Feuer daran zu hindern, sich auszubreiten.

Vor dem Einsatz dieser Geräte, und auch dieser Teil des Einsatzes ist nicht zu unterschätzen, müssen die Feuerwehrleute und in diesem Fall auch wir von der Presse aber erst mal den Hang hoch, dort hin, wo gleich ein Feuer lodern wird. Trotz relativ guter Fitness komme ich recht schnell ins Schwitzen. Dabei habe ich im Gegensatz zu den anderen keine Brandschutzmontur an und auch keinen Löschrucksack auf dem Rücken.

Das Feuer frisst sich den Hang hinauf
Oben angelangt, zündet ein Feuerwehrmann mit einem Benzin-Diesel-Gemisch den Waldboden an. Und dann geht es relativ schnell: Das Feuer frisst sich seinen Weg den Hang hinauf, wird immer größer, lässt Laub und Äste in der Hitze knacken. Mir wird heiß unter meiner dünnen Jacke. Nie im Leben würde ich das hier laut sagen. Während ich versuche, auf dem rutschigen Hang Halt zu finden (den Rat meines Kollegen Jürgen Müller, Wanderschuhe anzuziehen, habe ich natürlich beherzigt), lenken mich die vielen Stimmen der Wehrleute von der Hitze ab. Hört ihr? Die kommunizieren ganz viel, sagt Detlef Maushake, Seminarleiter und Vorsitzender des Vereins Waldbrandteam, zu denen, die am Rand beobachten. Eine gute Kommunikation ist hier oben das Wichtigste. Die Wehrleute rufen sich über das Feuer hinweg zu, wo noch Glutnester liegen. Ein Brand ist keine leise Angelegenheit. Aber auch keine vorhersehbare: Der Wind dreht, die Sicht wird plötzlich vom Rauch vernebelt, der kaum noch Sonnenlicht durchlässt. Die Wehrleute reagieren. Wie es ausgeht, ist im Artikel zu lesen.

Ein kleines Feuer kann schnell zur großen Waldbrand werden
Wir haben ganz viel mitgenommen, sagt Björn Bürger, Pressesprecher der Verbandsgemeinde-Feuerwehr Lambrecht, nach Seminarende. Auch ich habe viel mitgenommen: Ein kleines Feuer kann so richtig schnell zur großen Katastrophe führen. So kann eine nicht richtig ausgetretene Zigarette (übrigens gilt im Pfälzerwald das ganze Jahr über Rauchverbot) oder ein nicht ganz gelöschtes Lagerfeuer auf einem der Trekkingplätze bei einem Wetter wie am Wochenende einen großen Teil des Waldes zerstören.

Der Termin weckt aber auch bei aller Vorbelastung wegen meines Vaters einmal mehr den großen Respekt gegenüber der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren. Dort oben auf dem Hang ist es egal, wer die Kameraden sind, woher sie kommen, welchem Trupp sie angehören. Sie machen einfach, und das gemeinsam. Das ist gelebte Kameradschaft. Dass diese Menschen im Ernstfall rund um die Uhr in Einsätze ziehen, nicht selten ihr Leben für andere riskieren, ganz freiwillig und ehrenamtlich, das ist unbezahlbar.



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Geändert von Steffen W. [16.05. 16:28] Grund: = nur für angemeldete User sichtbar =

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 02.05.2017 13:48 Stef7fen7 W.7, Elmstein  
 02.05.2017 15:49 Bern7har7d D7., Schwetzingen (BaWü)
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